Asbeck für 2014 optimistischer: Solarworld streicht Umsatzziel

ThemaSolarenergie

Asbeck für 2014 optimistischer: Solarworld streicht Umsatzziel

Die Rettung des einstigen Börsenstars Solarworld ist ein steiniger Weg. Für 2014 rechnet „Sonnenkönig“ Asbeck aber endlich mit Fortschritten.

Der Bonner Photovoltaikkonzern Solarworld bleibt trotz der aktuellen Krise weiter hoffnungsvoll. „Im nächsten Jahr rechnen wir mit einer Belebung unserer Absatzzahlen besonders auf dem deutschen Markt“, sagte Konzernchef Frank Asbeck am Dienstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Auch für das Auslandsgeschäft, das mittlerweile drei Viertel des Absatzes ausmacht, sei er optimistisch. Am Vorabend hatte das Unternehmen seine Umsatzziele für das Gesamtjahr gekappt, vor allem wegen der zurückhaltenden Nachfrage auf dem Heimatmarkt.
Zu Medienberichten über eine mögliche Übernahme des Solar-Geschäfts des Bosch-Konzerns äußere sich der Konzern weiter nicht, sagte eine Sprecherin. Nach Angaben des Betriebsrates von Bosch Solar Energy AG zählt Solarworld zu den Interessenten für eine Übernahme. Die Bosch-Solarsparte beschäftigt an seinem Hauptstandort in Arnstadt (Thüringen) rund 1600 Menschen mit der Fertigung von Solarmodulen. Bosch hatte im März nach hohen Verlusten den Komplettausstieg aus dem Solar-Geschäft Anfang 2014 beschlossen.

Solarworlds Kapital- und Schuldenschnitt

  • Worauf sich die Gläubiger einlassen

    Die Gläubiger der beiden Anleihen erhalten nur 45 Prozent ihres Geldes in Form neuer Anleihen mit fünfjähriger Laufzeit. Außerdem gibt es eine Barauszahlung. Für die restlichen 55 Prozent des ehemaligen Anleihewerts gibt es Aktien von Solarworld. Die Gläubiger werden also zu Miteigentümern und halten insgesamt 95 Prozent der Aktien. Knapp die Hälfte kann an zwei neue Investoren verkauft werden. Das arabische Emirat Katar will mit 35 Millionen Euro einsteigen, Gründer Asbeck mit zehn.

  • Schlechtes Geschäft

    Aktuell hat Solarworld 111,72 Millionen alte Aktien. Das Kapital soll im Verhältnis 1 zu 150 herabgesetzt werden: Aus 111,72 Millionen alten werden 744 800 neue Aktien. Wenn die Anleger richtig liegen, müsste eine neue Aktie, die es für 150 alte gibt, demnächst über 60 Euro kosten (0,40 Euro mal 150).
    - Nach der Herabsetzung werden 14,15 Millionen Aktien neu ausgegeben. Zusammen mit den 744 800 Aktien hat Solarworld dann 14,895 Millionen neue Aktien.
    - Gründer Frank Asbeck zahlt 9,75 Millionen Euro ein und bekommt 19,5 Prozent der neuen Aktien. Qatar Solar zahlt 36,25 Millionen Euro für 29 Prozent. 51,5 Prozent gehen an die Gläubiger, die auf 500 Millionen verzichten.

    Daraus folgt: Asbeck bekommt 2,9 Millionen Aktien für 3,36 Euro das Stück. Qatar Solar bekommt 4,3 Millionen Aktien für 8,39 Euro je Stück. Anleger zahlen an der Börse umgerechnet aber 60 Euro je Aktie.

  • Woher kommen die Unterschiede?

    An Asbecks Vorzugspreis gemessen, müsste die alte Aktie nicht 40 Cent, sondern 2,2 Cent kosten. Gemessen am Preis für Qatar, wären es 5,6 Cent. Gründer Asbeck soll offenbar unbedingt gehalten werden (warum eigentlich?). Qatar bringt angeblich weitere Leistungen ein. Damit könnte ein gewisser Rabatt gerechtfertigt werden. Gemessen am Wert des Eigenkapitals und am Buchwert je Aktie, könnte man mit viel gutem Willen auf acht Cent je alte Aktie kommen. Aber warum zahlen Anleger 40 Cent?

    Vielversprechender wäre es, auf fallende Kurse zu wetten. Doch die wenigen Put-Optionsscheine sind astronomisch teuer. Und Aktien, die man leer verkaufen könnte, um sie billiger zurückzukaufen, leiht einem auch keiner mehr.

Solarworld steckt selbst tief in der Restrukturierung. Daher seien Privatkunden zurückhaltend, wie das Unternehmen mitteilte. Der laufende Prozess blockiere derzeit auch Kredite für Großprojekte. Der deutsche Markt war wegen schon beschlossener Förderkürzungen für Solarenergie und möglicher weiterer Einschnitte in diesem Jahr eingebrochen. Asbeck rechnet für 2013 mit drei Gigawatt (GW) installierter Leistung, im vergangenen Jahr waren es sieben.
Solarworld hatte im Sommer ein Rettungskonzept in Gang gebracht, bei dem die Anteilseigner einem umfangreichen Kapitalschnitt zustimmen mussten. Derzeit laufen Klagen gegen Beschlüsse der außerordentlichen Hauptversammlung vom August. Solarworld rechnet laut Asbeck bis Ende des Jahres mit einem Abschluss des Klageverfahrens. Bis Mitte Februar soll dann die Restrukturierung abgeschlossen sein. „Dann hat Solarworld wieder eine ordentliche Eigenkapitalquote und ist wieder "bankable"“, sagte der Konzernchef.

Anzeige

weitere Artikel

Vom Ziel eines steigenden Umsatzes in diesem Jahr hatte sich Solarworld am Montagabend verabschiedet. In den ersten neun Monaten sackte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel auf 345,6 Millionen Euro ab. Solarworld schreibt weiter Verluste. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich aber immerhin von minus 123,2 auf minus 60,2 Millionen Euro. Der Konzern begründete die Entwicklung unter anderem mit verringerten Materialaufwendungen und gesunkenen Abschreibungen. In der Kasse lagen zum 30. September 163,8 Millionen Euro. Zum Jahresschluss 2012 waren es noch 224,1 Millionen Euro.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%