Atomkraft: Teure Aktion

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Das Atomkraftwerk Biblis in Hessen. Biblis A und B sind Kandidaten für eine Wiedereinschaltung, das wird aber teuer

von Wolfgang Kempkens

Stillgelegte AKWs könnten hochgefahren werden, aber für viel Geld.

Nachdem auch in Deutschland Rufe nach längeren Laufzeiten der AKWs laut wurden, stellt sich die Frage, ob stillgelegte Meiler wie bald in Japan wieder angeschaltet werden könnten. Generell gilt: AKWs werden regelmäßig heruntergefahren, etwa wenn Brennelemente gewechselt werden und Reparaturen fällig sind. Das Wiederanfahren ist dann unproblematisch.

Chronik der Energiewende

  • 11. März 2011 Fukushima

    Der von einem Erdbeben ausgelöste Tsunami überschwemmt und zerstört in Fukushima-Daini 250 Kilometer nordöstlich von Tokio Teile des Kernkraftwerks.

  • 15. März 2011 Atommoratorium

    Die Bundesregierung ordnet an, sieben ältere Kernkraftwerke sofort vom Netz zu nehmen, die übrigen zehn Reaktoren kommen auf den Prüfstand.

  • 30. Mai 2011 Ausstiegsbeschluss

    Union und FDP einigen sich auf einen kompletten Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022, die sieben älteren Meiler müssen endgültig stillgelegt werden.

  • 6. Juni 2011 Energiewende

    Das Kabinett segnet das Atom- und Energiepaket ab und präsentiert die energie- und klimapolitischen Ziele bis 2050.

  • 9. November 2012 EU protestiert

    Die EU-Kommission reklamiert für sich Kompetenzen bei der Energiewende. Der Strommarkt müsse europäischer werden.

  • 12. Juni 2013 Kanzlerin greift ein

    Angela Merkel fordert eine Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG): „Wenn die EEG-Umlage so weiter steigt, dann haben wir mit der Energiewende ein Problem.“

Anders ist dies bei den sieben aus politischen Gründen stillgelegten Kernkraftwerken. Sie müssten eine neue Betriebsgenehmigung bekommen. Das ist zeitaufwendig und voraussichtlich sehr teuer. Infrage kommen dafür aktuell nur die drei Kernkraftwerke Biblis A und B sowie Krümmel. Deren Betreiber RWE und Vattenfall haben gegen die Stilllegung geklagt. Die Verfahren laufen noch. Brunsbüttel, Isar I, Neckarwestheim I, Philippsburg I und Unterweser machten den Betreibern EnBW, Vattenfall und E.On dagegen keine Freude mehr und bleiben auch nach deren Willen auf jeden Fall abgeschaltet.

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Riskantes Kalkül

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Die rechtlich umstrittenen beiden Biblis-Reaktoren sowie Krümmel befinden sich im sogenannten längerfristigen Stillstand, sind also nicht stillgelegt. Das bedeutet, dass alle Brennelemente unter Wasser ausgelagert sind. Sollten RWE und Vattenfall recht bekommen, müssten sie die drei Meiler an den aktuellen Stand der Technik anpassen, um sie wieder in Betrieb nehmen zu können. Handelt es sich dabei um sicherheitsrelevante Verbesserungen, müssten diese dann in allen drei AKWs vorgenommen werden. Das kann im Extremfall Hunderte von Millionen Euro kosten und Jahre dauern – für RWE und Vattenfall also ein riskantes Kalkül. Die Wiederinbetriebnahme als solche ginge dann vergleichsweise flott.

Die Länge des Stillstands eines AKWs ist für die Wiederinbetriebnahme unerheblich. In Kanada wurden Reaktoren nach 15 Jahren Stillstand wiederbelebt.

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