Ausbau von Solarstrom: China pusht den Photovoltaikmarkt

Ausbau von Solarstrom: China pusht den Photovoltaikmarkt

Was für die deutschen Solarunternehmen eine Katastrophe ist, nutzt der Umwelt: China wird auf dem Gebiet der Photovoltaik immer aktiver. Eine Studie geht davon aus, dass deshalb 2014 rund 46 Gigawatt Solarstrom gewonnen werden.

Europa schwächelt, China gibt Gas: Während der deutsche Solarmarkt angezählt am Boden liegt, baut China seine Photovoltaikanlagen aus, so schnell es geht. Das amerikanische Marktforschungsunternehmen Mercom Capital geht nach einer entsprechenden Mitteilung der chinesische Energiebehörde NEB davon aus, dass die chinesische Solarstromproduktion allein in diesem Jahr um 14 Gigawatt (GW) wachsen wird. Mit nur zehn Gigawatt könnten 20 Millionen Menschen ein Jahr lang mit Strom versorgt werden.

Die Behörde hatte im Februar eine Ausbau-Obergrenze von 14 GW gefordert und Höchstwerte für den Zubau kleinerer Photovoltaik-Anlagen und großer Kraftwerke in den Provinzen vorgegeben. Ist die Obergrenze in einer Provinz von acht GW bei dezentralen Solaranlagen und sechs GW bei Photovoltaik-Kraftwerken erreicht, sollen die zusätzlichen Anlagen nicht mehr gefördert werden.

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Die wichtigsten Solarmärkte

  • Europa

    2011 verkauften chinesische Hersteller in Europa Solarmodule und Bauteile im Wert von 21 Milliarden Euro. Damit ist Europa der wichtigste Exportmarkt für die chinesische Solarindustrie.

  • USA

    Mit exportierten Solarmodulen und Bauteilen im Wert von 2,4 Milliarden Euro sind die USA für chinesische Hersteller ebenfalls ein wichtiger, aber doch deutlich kleinerer Markt als Europa.

  • China

    China gilt als einer der größten Märkte für erneuerbare Energie. Die Regierung in Peking hat kürzlich angekündigt, statt der bisher veranschlagten 15 Gigawatt Solarleistung bis 2015 rund 21 Gigawatt installieren zu wollen.

Das New Yorker Finanzsoftware, Daten-und Medienunternehmen Bloomberg New Energy Finance geht dennoch davon aus, dass China in diesem Jahr einen Zuwachs von 44 bis 51 Gigawatt erreichen wird. Mercom Capital hat - ausgehend von 14 Gigawatt - seine Wachstumsprognose für den weltweiten Solarwatt nach oben korrigiert. Demnach sollen noch einmal sieben Prozent oder 46 Gigawatt Solarstrom gewonnen werden, als ursprünglich gedacht. Mercom-Geschäftsführer Raj Prabhu merkt an, dass die gegenwärtige Krise auf der Krim die Bedeutung der Energie-Unabhängigkeit zeige. "Eine sichere Energieversorgung ist der wesentliche Grund, weshalb Regierungen auf der ganzen Welt ihren Energiemix überprüfen und auf private Solarstromanlagen sowie andere erneuerbare Energien setzen."

In Japan erwartet Mercom ein Marktwachstum von sieben bis 7,5 Gigawatt und in den USA einen Anstieg um 33 Prozent auf 6,4 GW, getrieben vor allem durch Photovoltaik-Großprojekte und den Zubau privater Solarstromanlagen. Für den deutschen Photovoltaik-Markt prognostiziert Mercom einen weiteren Rückgang aufgrund von Änderungen der politischen Rahmenbedingungen und rechnet 2014 nur mit einem Zubau von 2,75 GW. Das bestätigt auch die zunehmende Zahl der Insolvenzen auf dem deutschen Markt. Zuletzt hat Sunways am heutigen Freitag einen Insolvenzantrag eingereicht. Es sei bereits ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden, der nun die Situation des Unternehmens mit Sitz in Konstanz am Bodensee prüfe.

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Grund für den Antrag sei Zahlungsunfähigkeit, sagte eine Sunways-Sprecherin am Freitag. Davon betroffen seien das Vermögen der Sunways AG sowie ihrer hundertprozentigen Tochtergesellschaft, der Sunways Production GmbH mit Sitz im thüringischen Arnstadt. Ziel sei es nun, Sunways als börsennotierte Gesellschaft zu erhalten. Der Vorstand habe bereits Gespräche mit potenziellen Investoren aufgenommen, sagte eine Sprecherin.

Die IG Metall hatte bereits vor mehreren Wochen berichtet, dass die rund 150 Beschäftigten am Standort Konstanz ihre Gehälter erst mit Verspätung bekämen. Sunways selbst hat das bislang nicht kommentiert.

Das Unternehmen war bis August 2013 schon einmal in einem vorläufigen Insolvenzverfahren, nachdem mehrere Banken dem Unternehmen Kredite in Millionenhöhe gekündigt hatten. Durch eine Vergleichsvereinbarung mit den wichtigsten Gläubigern wurde das eigentliche Insolvenzverfahren damals abgewendet. Dem Unternehmen macht der Preiswettbewerb durch Billigkonkurrenz aus Asien schwer zu schaffen.

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