BASF kassiert Prognose: Daumen runter für die Chemiebranche

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BASF kassiert Prognose: Daumen runter für die Chemiebranche

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BASF-Verbundstandort Friesenheimer Insel

von Jürgen Salz

Der weltgrößte Chemieunternehmen BASF kassiert seine Prognose für 2015. Umsatz und Gewinn sollen nun geringer ausfallen als geplant. Schlechte Nachrichten aus der Chemiebranche werden sich künftig häufen.

Statt eines Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 14 Milliarden Euro im Jahr 2015 werden nun im kommenden Jahr nur noch etwa zehn bis zwölf Milliarden Euro herauskommen, sagte BASF-Konzernchef Kurt Bock bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal. Die Dynamik in den Schwellenländern lasse nach, die Aussichten für Europa hätten sich weiter eingetrübt.

Ansonsten redeten Bock und Finanzchef Hans-Ulrich Engel viel von Restrukturierung: Die Sparziele werden noch einmal verschärft, die Sparte Papierchemikalien gestrafft, die Textilchemie veräußert.

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Solch wenig erbauliche Nachrichten dürften sich künftig in der deutschen Chemiebranche häufen – etwa bei Evonik, Lanxess oder Bayer, die alle ihre Zahlen in nächster Zeit noch vorlegen: Bei Lanxess hat Vorstandschef Matthias Zachert ein großes Sparprogramm aufgesetzt und sucht nach Wegen, die Abhängigkeit vom Kautschuk-Geschäft zu verringern.

Bei Evonik schwächelte zuletzt die Kunststoffsparte, die etwa ein Drittel zum Konzernumsatz beiträgt. Und Bayer will seine Chemie- und Kunststoffsparte Material Sciences sicherlich nicht deswegen ausgliedern und an die Börse bringen, weil da gerade alles super läuft.

Abgesehen von individuellen Problemen leiden derzeit nahezu alle deutschen – und europäischen – Chemiekonzerne unter drei Problemen: Schlechte Konjunktur, hohe Rohstoffpreise und hohe Energiepreise, vor allem im Vergleich zu den USA. Wie aus der Branche zu hören ist, darf in den nächsten Monaten mit verstärkter Konsolidierung gerechnet werden: Übernahmen, Zukäufe und Zusammenlegungen nehmen wieder zu – im Großen wie im Kleinen.

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Ein  interessanter Kaufkandidat könnte etwa der Schweizer Chemiekonzern Clariant sein – das Unternehmen würde sowohl die BASF als auch Evonik stärken. Und wer weiß, vielleicht finden ja auch die Bayer- und die Lanxess-Chemie wieder zusammen – bis vor gut zehn Jahren waren beide Unternehmen eins; erst 2005 wurde Lanxess von Bayer abgespalten.

Trotz aller Probleme ist freilich zumindest die BASF – mit über 70 Milliarden Euro Umsatz – stark genug, um die Krise auch alleine zu bewältigen. Und immerhin: Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr hat die BASF ja bestätigt. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll gegenüber dem Vorjahr leicht steigen. Im Geschäftsjahr 2013 lag der Ebit vor Sondereinflüssen bei satten 7,2 Milliarden Euro.

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