Batterie-Heimspeicher: GE steigt bei Tesla-Konkurrent ein

Batterie-Heimspeicher: GE steigt bei Tesla-Konkurrent ein

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Energiespeicher von Sonnen: GE steigt mit einem Minderheitsanteil bei dem bayerischen Mittelständler ein.

General Electric verbündet sich mit dem bayerischen Mittelständler Sonnen gegen Tesla: Zusammen mit dem deutschen Marktführer für Batterie-Heimspeicher will GE der Powerwall von Tesla Paroli bieten.

Der US-Mischkonzern General Electric steigt bei der Sonnen GmbH (ehemals Sonnenbatterie) ein. Über die Wagniskapitaltochter GE Ventures investieren die Amerikaner einen nicht näher genannten Betrag. Im Zuge einer Kapitalerhöhung zusammen mit weiteren Investoren sei ein zweistelliger Millionenbetrag eingesammelt worden, wie das Allgäuer Unternehmen am Montag mitteilte. Zuvor hatte das "Manager Magazin" über die Beteiligung berichtet.

Sonnen ist nach eigenen Angaben Europas größter Hersteller von Lithium-Batteriespeichern für Privathaushalte. Damit steht Sonnen in direkter Konkurrenz zu dem bekannten US-Elektroautobauer Tesla, der mit seiner Power Wall ebenfalls einen Stromspeicher für Gebäude anbietet. Auch BMW und Daimler bieten inzwischen Stromspeicher an, die Stuttgarter haben erst vergangene Woche die Vertriebssparte Mercedes-Benz Energy gegründet.

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"Die Sonnen GmbH hilft dabei, den Energiemarkt neu zu gestalten", sagt Jonathan Pulitzer, Managing Director bei GE Ventures, laut der Mitteilung. "Wir glauben an die Vision von Sonnen und freuen uns deshalb sehr darüber, dass wir zusammen diesen Weg gehen." Selbsterklärtes Ziel von Sonnen ist es, die heutige Energieversorgung komplett neu zu gestalten.

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Autark wohnen und fahren: Um den strombetriebenen Autos zum Durchbruch zu verhelfen, wagen Deutschlands Autobauer den Einstieg ins Energiegeschäft. Ganz ohne Risiko ist der Vorstoß aber nicht.

BMW-Stromspeicher für Elektroautos und Privathaushalte. Quelle: BMW AG

"GE verfügt über großes Knowhow bei den erneuerbaren Energien und exzellente Marktzugänge", sagte Sonnen-Vertriebsvorstand und ehemaliger Tesla-Deutschland-Chef Philipp Schröder gegenüber dem "Manager Magazin". Gemeinsam werde es möglich sein, neue, dezentrale Geschäftsmodelle im Bereich der Energieversorgung zu etablieren.

General Electric ist bereits im Energiesektor aktiv und gehört bei Erneuerbaren Energien zu den weltweit führenden Anbietern. Bislang haben sich die Amerikaner aber auf große Anlagen wie Windkraftgeneratoren beschränkt, mit Sonnen soll jetzt die Möglichkeiten kleinerer, dezentraler Systeme ausgelotet werden.

Daimler im Energiegeschäft

  • Accumotive

    Die 100-prozentige Daimler-Tochter Accumotive entwickelt, produziert und vertreibt Antriebsbatterien für Hybrid- und Elektrofahrzeuge, sowie für stationäre Anwendungen die Mercedes-Benz Energiespeicher. Beides geschieht auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie. Das Unternehmen beschäftigt rund 420 Mitarbeiter –  300 im sächsischen Kamenz , 120 in Nabern, Großraum Stuttgart. In Kamenz wird die Produktion derzeit ausgebaut. Die Daimler AG investiert in den nächsten Jahren rund 100 Millionen Euro. Seit Produktionsstart im Jahr 2011 hat sich die Produktionsfläche vervierfacht.

  • Stadtwerke Hannover

    Die Daimler Tochter Accumotive und die Stadtwerke Hannover (enercity) bauen einen 15 Megawatt-Stunden starken Batteriespeicher auf. Ende des Jahres soll er ans Netz. Der Speicher dient dem Ausgleich von Spannungsschwankungen im Übertragungsnetz (Primärenergieregelmarkt). Für das zur Verfügungstellen erhalten die Partner vom Übertragungsnetzbetreiber (Tennet) ein Entgelt. Gleichzeitig aber nutzt Daimler den Speicher als Ersatzteillager. Sollte ein E-Smart-Fahrer z.B. in Folge eines Unfalls eine neue Batterie benötigen, stammt sie aus dem Speicher in Hannover. Da Batterien ständig genutzt werden müssen, um sich nicht zu entladen, sieht Daimler in der Kooperation mit den Stadtwerken Hannover eine Win-Win-Situation. Accumotive und enercity investieren je 6 Millionen Euro in den Aufbau des Speichers. Die Halle wird 2400 Quadratmeter groß sein und 480 Elektronikschränke mit je drei Batterieblöcken enthalten. Insgesamt befinden damit Lithium-Ionen-Akkus mit einem Gewicht von 150 Tonnen in der Halle.

  • Großspeicher Lünen

    In Lünen entsteht in Kooperation mit dem Recyclingunternehmen Remondis, dem Energiedienstleister Mobility House und Getec ein 13-MW-Speicher mit gebrauchten Batterien aus verschiedenen Mercedes-Modellen.

  • EnBW Heimspeicher + Energiemanagement

    Gemeinsam mit dem baden-württembergischen Energieversorger EnBW vertreibt Daimler seit Herbst 2015 eine Speicherlösung inklusive eines von EnBW entwickelten Energiemanagement für Eigenheimbesitzer.

Die Batteriespeicher ermöglichen es Haushalten, ihren eigenen Solarstrom zu speichern und später – etwa bei Dunkelheit oder Sonnenflaute – zu nutzen anstatt ihn ins Netz einzuspeisen. So werden die Haushalte unabhängiger von herkömmlichen Versorgern. Sonnen hat nach eigenen Angaben bereits über 10.000 Heimspeicher verkauft und im vergangenen Jahr 30 Millionen Euro erlöst.

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