Billigstrom-Anbieter: Teldafax-Prozess wird neu aufgerollt

Billigstrom-Anbieter: Teldafax-Prozess wird neu aufgerollt

, aktualisiert 07. März 2014, 12:45 Uhr
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Der Prozess um die insolvente Teldafax-Gruppe muss neu aufgerollt werden.

Der Strafprozess gegen ehemalige Topmanager des Billigstromanbieters Teldafax muss neu aufgerollt werden. Die Pleite war einer der aufsehenerregendsten Firmenzusammenbrüche der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

Das Verfahren gegen drei ehemalige Top-Manager des insolventen Billigstromanbieters Teldafax wird neu aufgerollt. Die Richter der zuständigen Wirtschaftsstrafkammer 7a am Bonner Landgericht gaben am Freitag den Besetzungsrügen der Verteidiger statt und setzten das Verfahren aus. Die Strafkammer gehe davon aus, dass auf der Grundlage aktueller Rechtsprechung die Voraussetzungen für ihre Einrichtung als Hilfsstrafkammer im Sommer 2013 nicht vorgelegen hätten, hieß es zur Begründung. Bei einer Fortsetzung der Hauptverhandlung habe das Gericht befürchten müssen, dass ihr etwaiges späteres Urteil durch den Bundesgerichtshof in der Revisionsinstanz aufgehoben würde. Das Präsidium des Landgerichts Bonn werde nun zeitnah darüber beraten, auf welche Weise ein möglichst baldiger Neubeginn der Verhandlung sichergestellt werden kann, hieß es.

Erst am 19. Februar hatte die Wirtschaftsstrafkammer des Bonner Landgerichts mehrere Verhandlungstermine abgesagt. Der Prozess richtet sich gegen die früheren Teldafax-Vorstände Klaus Bath, Gernot Koch und Michael Josten wegen des Vorwurfs der Insolvenzverschleppung, des gewerbsmäßigen Betruges und von Bankrotthandlungen. Im Falle einer Verurteilung droht zwei der Angeklagten eine Freiheitsstrafe von über fünf Jahren. Dem Angeklagten Koch hatten Gericht und Staatsanwaltschaft wegen minderer Schwere schon vor dem Prozess angeboten, gegen ein Geständnis mit einer milderen Strafe von maximal zwei Jahren auf Bewährung davonzukommen.

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Zu den Tatvorwürfen machten die Angeklagten am ersten Verhandlungstag am 18. Februar keine Angaben. Die Verteidigung hatte in ausführlichen Anträgen die Besetzung des Gerichts kritisiert. Wegen Überlastung der 7. Wirtschaftsstrafkammer wurde der Fall an einer Hilfskammer verhandelt. Die Anwälte sprachen von einer unzulässigen Einzelfall-Zuweisung und einem Verstoß gegen das Gerichtsverfassungsgesetz.

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Die Teldafax-Pleite war einer der aufsehenerregendsten Firmenzusammenbrüche in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Das Unternehmen hatte Mitte 2011 Insolvenz angemeldet, war aber nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft schon zwei Jahre zuvor völlig überschuldet. Auch wenn zwischenzeitlich Liquidität zur Verfügung stand, habe sich an der Lage der permanenten Unterdeckung nichts geändert, heißt es in der Anklageschrift. Trotzdem habe es der Vorstand nach Bekanntwerden der Insolvenzreife versäumt, innerhalb von drei Wochen einen Insolvenzantrag zu stellen.

Rund 500.000 Kunden wollen nun im Voraus gezahltes Geld für vermeintlich günstige Stromlieferungen zurück. Nach Schätzung des Insolvenzverwalters stehen ihre Chancen aber schlecht, da der Schaden bei insgesamt 500 Millionen Euro liegt und die Vermögenslage der Manager kaum ausreichen werde, um die Forderungen vollständig zu bedienen.

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