Biosprit: Deutschland verpasst den Anschluss - Seite 3

Biosprit: Deutschland verpasst den Anschluss

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Algen als Energielieferant der Zukunft. Quelle: dpa
Algen als Energielieferant der Zukunft. Quelle: dpa

Eine weitere Alternative zu Biosprit der zweiten Generation ist Biodiesel, der im Sonnengürtel der Erde aus der Jatropha-Pflanze gewonnen wird. Diese ölhaltige Frucht, auch Purgiernuss genannt, ist ungenießbar, zur Herstellung von Biodiesel aber bestens geeignet. Zudem braucht sie keine Pflege und wächst auch auf kargen Böden.

In Indien und einigen afrikanischen Ländern wird die Öl-Pflanze bereits in großem Stil angebaut. Schützenhilfe leistet dabei Klaus Becker, Jatropha-Experte der Universität Hohenheim in Stuttgart. Gemeinsam mit indischen Kollegen züchtet er sie weiter, um den Ernteertrag zu erhöhen. Unterstützt wird seine Forschung vom Daimler-Konzern, von Bayer sowie dem US-Unternehmen Archer Daniels Midland.

Jatropha-Pflanzen auf dem Vormarsch

Die Perspektiven sind gut: Heute wachsen nach einer Schätzung der Nichtregierungsorganisation Global Exchange for Social Investment (Nexsi) Jatropha-Pflanzen weltweit auf einer Fläche von einer Million Hektar. Daraus lassen sich im Jahr rund eine Million Tonnen Biosprit gewinnen. Bis zum Jahr 2015 könnte die Anbaufläche auf 13 Millionen Hektar anwachsen. Und erst bei 500 Millionen Hektar – dem Äquivalent von jährlich einer halben Milliarde Tonnen Biosprit – wäre die Obergrenze erreicht, schätzt Nexsi. In tropischen und subtropischen Regionen hätte Erdöl dann ausgedient.

Wenn die Biospritproduktion weltweit konsequent ausgebaut würde, ohne die Nahrungsmittelproduktion zu gefährden, könnte damit etwa die Hälfte des weltweiten Bedarfs gedeckt werden, schätzt Professor Martin Kaltschmitt vom Deutschen Biomasseforschungszentrum in Leipzig. Das ist für ihn allerdings eher ein theoretischer Wert. Denn dann bliebe für die Wärme- und Stromproduktion nichts mehr übrig.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.04.2009, 09:12 UhrAnonymer Benutzer: Vandale6906

    Gibt es nicht bereits genug oekologische Traeumerei ii

    Die Rechnung in Teil i....

    Es wurde ein Preis von 60c/L biodiesel genannt. Wenn dieser Sprit mit etwa 5 KWh/L (Elektromotor hat einen besseren Wirkungsgrad) gleichzusetzen ist, so ist dieser wesentlich teurer als Strom. Herstellungskosten fuer braunkohle- oder Kernkraftstrom aus neuen braunkohle oder KKW Kraftwerk inkl. Kapitalkosten etwa 3 - 4 c/Kwh. Wenn man Netz- und Regelkosten addiert so erhaelt man 7,5c/KWh oder 35c/L . Damit erscheint das Elektroauto zukunftstraechtiger.

    beruht auf ausschliesslich neuen Kraftwerken die mit hohen Zins- und Abschreibungskosten belastet sind. ich hoffe das der Autor dies gleichfalls in seiner Rechnung beruecksichtigt hat. Wenn man beim konkurrierenden Strom eine Mischung aus neuen und bereits abgeschriebenen Kraftwerken zugrunde legt, kommt der Strom noch wesentlich guenstiger. Wenn man als Extrembeispiel - Frankreich nutzt einen Teil seiner Kernkraftkapazitaet im Teillastbetrieb und der Vorgabe das die Stromer lediglich Nachtstrom tanken - lediglich die brennstoffkosten von KKW 0,5c/KW rechnet, so erhaelt man dann einen Preis von 5c/L.

    Sofern man seinen blick auf die Umwelt richtet, so ist die Herstellung von synthetischem Kraftstoff durch einen sehr hohen Energiebedarf gekennzeichnet. im WKii benoetigte man z.b. 6 to braunkohle um eine to benzin herzustellen. Die Anlagen zur Herstellung von synthetischem Kraftstoff sind sehr aufwendig. bei einer ehrlichen Umweltbilanz duerfte der synthetische Oekokraftstoff eher unguenstiger abschneiden als die braunkohleverstromung.

    interessant waere ein Vergleich von Synthesekraftstoff aus biomasse mit Synthesekraftstoff aus Kohle. Warscheinlich ist es einfacher und preiswerter Kraftstoff aus Kohle zu gewinnen. Preise fuer den Kohlekraftstoff muessten aus China und Suedafrika vorliegen.

    Uebrigens ein sehr lesenswerter Artikel!
    Vandale

  • 30.04.2009, 00:30 UhrAnonymer Benutzer: Vandale6906

    Gibt es nicht bereits genug oekologische Traeume!

    Die Zahl der Menschen auf diesm Planeten waechst. Ein grosser Teil der Menschen in bisher armen Gegenden wie indien und China sind zur Aufholjagd in Sachen Wohlstand angetreten. All diese Menschen wollen essen, sie benoetigen Papier, Holz fuer Wohnungen, Parkplaetze, Strassen usw. ich kann mir nur schwer vorstellen das kuenftig noch Platz bleibt um in grossem Umfang Oekologischen biosprit anzubauen.

    Es wurde ein Preis von 60c/L biosprit genannt. Wenn dieser Sprit mit etwa 5 KWh/L (Elektromotor hat einen besseren Wirkungsgrad) gleichzusetzen ist, so ist dieser wesentlich teurer als Strom. Herstellungskosten fuer braunkohlestrom aus neuen braunkohle oder KKW Kraftwerk inkl. Kapitalkosten etwa 3 - 4 c/Kwh. Wenn man Netz- und Regelkosten addiert so erhaelt man 7,5c/KWh oder 35c/L . Damit erscheint das Elektroauto zukunftstraechtiger.

    Vandale

  • 29.04.2009, 18:52 UhrAnonymer Benutzer: HelloAgain

    Solider Artikel! Weiter so ...

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