Börsengang: Evonik-Aktie? Lieber nicht

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KommentarBörsengang: Evonik-Aktie? Lieber nicht

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Die Aussichten, dass der geplante Börsengang des Chemiekonzerns Evonik diesmal zustande kommt sind schlecht

von Jürgen Salz

Der größte deutsche Börsengang der vergangenen Jahre droht zum dritten Mal zu platzen. Die Eigentümer des Essener Chemiekonzerns haben ihre Entscheidung vertagt.

Es sieht so aus, als würde es mit dem Börsengang des Chemiekonzerns Evonik wieder nichts werden. Der Eigentümer von Evonik, die RAG-Stiftung, der knapp 75 Prozent der Anteile gehören,  hat die Entscheidung am Wochenende vertagt. Anfang kommender Woche könnte nun der endgültige Beschluss fallen. Es ist der dritte Versuch von Evonik, an die Börse zu gelangen. Schon zweimal hat der Essener Konzern in den vergangenen Jahren den avisierten Gang aufs Parkett verschoben.

Wenig Interesse am Börsengang

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Vieles spricht dagegen, dass der Börsengang ausgerechnet diesmal zustande kommt: Die Stimmung an der Börse ist schwer einzuschätzen. Das Euro-Desaster und die Griechenland-Krise lasteten in den vergangenen Wochen auf dem Dax.

An diesem Montag ist der Aktienindex allerdings in die Höhe geschossen – nachdem Spanien um Milliardenhilfe ersucht hat. Am nächsten Sonntag stehen Neuwahlen in Griechenland an  - mit entsprechenden Folgen an den Finanzmärkten.

Die Eigentümer - in der politisch dominierten RAG-Stiftung sitzen unter anderem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sowie die die Ministerpräsidentinnen von Nordrhein-Westfalen und des Saarlandes – waren bis vor kurzem davon ausgegangen, dass der Wert aller Evonik-Anteile bei mehr als 15 Milliarden Euro liegt.

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Die Euro-Krise hat inzwischen jedoch zu vorsichtigeren Unternehmensbewertungen geführt. Die Investmentbanken Goldman Sachs und Deutsche Bank stehen zudem im Verdacht, den Wert schöngerechnet zu haben. Der aktuelle Evonik-Wert dürfte derzeit eher bei zwölf Milliarden Euro liegen. Wichtige Investoren zeigen derzeit nur ein mäßiges oder gar kein Interesse an einem Börsengang.

Keine Eile

Eine Absage hätte erst einmal keine unmittelbaren Folgen: Das Geld aus dem Börsengang wäre ohnehin nicht Evonik zugute gekommen. Die RAG-Stiftung benötigt das Geld, um die Folgekosten des auslaufenden deutschen Steinkohlebergbaus zu finanzieren – allerdings erst ab 2019. Richtig eilig hat es die Stiftung noch nicht.

Ein Börsengang wäre jedoch ein gutes Signal an die Finanzmärkte, dass noch was geht in diesen unsicheren Zeiten. Jetzt ist es gut möglich, dass das Signal ausbleibt.

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