BrandIndex: EnBW leidet unter Mappus

kolumneBrandIndex: EnBW leidet unter Mappus

Bild vergrößern

Akten zum EnBW-Untersuchungsausschuss liegen in Stuttgart im Landtag. Die Affäre sorgt für Image-Einbußen des Energieversorgers.

Alle vier großen Energiekonzerne erreichen im BrandIndex negative Imagewerte. Doch EnBW ist derzeit besonders betroffen. Das Image ist inzwischen fast auf dem Niveau von Vattenfall angelangt. Der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs Stefan Mappus dürfte dafür mitverantwortlich sein.

Am 11. Juli haben Ermittler Wohnungen und Geschäftsräume von Stefan Mappus durchsucht. Der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs steht unter dem Verdacht der Untreue bei dem umstrittenen Rückkauf großer Anteile des Energiekonzerns EnBW, dem drittgrößten Energiekonzern Deutschlands. Schon zuvor wurden die mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten in den Medien thematisiert und Vorwürfe laut, dass Mappus einem befreundeten Investmentbanker mit dem Kauf hohe Gewinne beschert hat. Die Übernahme sei schlecht geplant und deutlich zu teuer gewesen.

Dass das Image von Stefan Mappus zurzeit leidet, liegt auf der Hand. Doch von der Mappus-Affäre ist auch die Marke EnBW selbst betroffen. In der bundesweiten Betrachtung verliert EnBW in jüngster Zeit erkennbar im Image und fällt auf -46 Punkte im YouGov-Markenmonitor BrandIndex. Anfang Mai waren es noch -35 Punkte. EnBW befindet sich nun fast auf einem Niveau mit Vattenfall.

Anzeige

Der schwedische Energiekonzern war mit Schlagzeilen zu Vorfällen in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel in Ungnade bei den deutschen Verbrauchern gefallen und wird seitdem offenbar besonders stark mit der ungeliebten Atomenergie assoziiert. Die Imagewerte fallen dementsprechend kritisch aus. In Hamburg und Berlin, Vattenfalls Hauptversorgungsgebieten in Deutschland, ist die Marke allerdings deutlich stärker positioniert.

Die Buhmänner der Nation

Den Heimat-Bonus gibt es auch für EnBW. Der Energiekonzern erreicht in Baden-Württemberg sehr viel bessere Werte als in der bundesweiten Betrachtung. Doch auch hier zeigen die aktuellen Schlagzeilen Wirkung. Waren die Werte im Verlauf des Jahres 2012 zumeist im leicht positiven Skalenbereich, werden aktuell auch im Heimatmarkt nur noch negative Werte erreicht.

Insgesamt gehören die Energiekonzerne traditionell zu den Marken, die von den Deutschen sehr kritisch beurteilt werden. Keiner der vier großen Stromproduzenten erreicht im BrandIndex positive Werte. RWE steht mit einem Wert von -19 derzeit am besten da. Wie EnBW hat auch der vierte große deutsche Energieanbieter, E.ON, in den vergangenen Monaten an Beliebtheit eingebüßt. Schlagzeilen zu Entlassungswellen und Sanierungsplänen hatten dem Image immer wieder zugesetzt.

Das Label „Natur“ hilft

Anbieter wie NaturEnergie und LichtBlick führen branchenintern das Ranking im BrandIndex an und erreichen als einzige Marken der Branche überhaupt ein positives Imageniveau, werden also vorwiegend positiv bewertet. Das Label „Natur“ scheint Wirkung zu zeigen.

Doch die aktuell kritische Einstellung vieler Verbraucher gegenüber Energiekonzernen scheint auch bei Anbietern nicht halt zu machen, die für Ökostrom und Umweltschutz bekannt sind: Konnten die Ökostrom-Anbieter nach der Havarie des Kernkraftwerks Fukushima ihr Image aufbessern, folgen die Imagewerte jetzt wieder einem Negativtrend. Von den Höchstwerten im Sommer 2011 sind diese Anbieter aktuell weit entfernt – zumindest konnte also der Vertrauensvorschuss nach Fukushima nicht gehalten werden.

Die Energie-Branche ist in Bewegung – dies merkt man auch in der Wahrnehmung der Verbraucher.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%