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kolumneBrandIndex : Stromerzeuger zahlen Preiserhöhung mit Imageverlust

Kolumne von Holger Geißler

Die Energiewende kostet viel Geld – das bekommen nun die privaten Haushalte zu spüren. Rund 450 Stromkonzerne erhöhen 2013 ihre Preise. Das Image einzelner Marken und der Branche als Ganzes leidet darunter. Selbst Ökostrom-Anbieter verlieren an Ansehen.

Traditionelle Erzeuger

Die Zusammensetzung des Strompreises besteht einerseits aus den sogenannten "alten Energien", also traditionellen Erzeugern, die Kohle, Erdgas oder Kernbrennstoff in Strom umsetzen. Die Einkaufspreise für den genutzten Rohstoff variieren, so kostete etwa eine Tonne Steinkohle auf dem Weltmarkt im Jahr 2011 123,90 Dollar und eine Kilowattstunde Erdgas 0,263 Euro. Neben diesen Ankäufen fallen für Erzeuger die mit fossilen Kraftwerken arbeiten ebenfalls CO2-Abgaben an, die im Jahr 2011 durchschnittlich 11,45 Euro pro Tonne betrugen.

Bild: dapd

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Privathaushalte, die bis jetzt noch keine Post von ihrem Stromanbieter erhalten haben, können vorerst aufatmen. Bis zum 19. November hatten die Energiekonzerne und Stadtwerke Zeit, ihre Kunden über Strompreiserhöhungen zum Jahresanfang 2013 zu informieren. Als Preistreiber gelten neben der Ökostrom-Umlage etwa gestiegene Netzgebühren und die Kosten für den Ausbau der Offshore-Windparks. Insgesamt werden deshalb 452 Versorger zum Jahresbeginn oder im Frühjahr ihre Tarife anheben, im Schnitt um etwa 10 bis 20 Prozent. Auch die vier großen Stromerzeuger EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall drehen an der Preisschraube.

Schlusslicht Vattenfall

Traditionell genießt die Energiebranche bei Verbrauchern kein hohes Ansehen. Und angesichts der aktuellen Preiserhöhungen leidet das Markenimage der Energielieferanten weiter – wie ein Blick in den YouGov-Markenmonitor BrandIndex zeigt. Am schlechtesten schneidet unter den großen Energiekonzernen die Marke Vattenfall ab, die sich seit Jahresbeginn im Schnitt mit -50 Punkten zufrieden geben muss – im Frühjahr lag die Marke sogar zeitweise nur bei -54 Punkten.

EnBW trifft es doppelt

Nicht viel besser steht EnBW da. Das Image zeigte im Januar 2012 zunächst kontinuierlich nach unten, bevor sich die Marke seit Juli wieder etwas erholen konnte. Mit aktuell -44 Punkten kann die Marke allerdings nicht zufrieden sein. Aus den Index-Daten wird deutlich, dass daran sicher nicht nur die für Februar 2013 angekündigte Preiserhöhung mitverantwortlich ist, sondern auch die sogenannte EnBW-Affäre. Im Juli 2012 hatten Ermittler Wohnungen und Geschäftsräume von Stefan Mappus durchsucht, des damaligen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue in Zusammenhang mit dem Rückkauf großer Anteile des Energiekonzerns. Die EnBW-Affäre hatte auch Einfluss auf das Image der Marke im eigenen Bundesland Baden-Württemberg. Trotzdem ist die Marke hier mit aktuell -5 Imagepunkten deutlich beliebter als in Gesamtdeutschland.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.01.2013, 18:12 Uhrln-von-e

    Schon einige Zeit ist doch der grüne W. Kretschmann der oberste Chef von EnBW. Da wird er doch bestimmt in 2013 den Strom billiger machen. Denn dass der so hoch ist, liegt ja nicht an dem Nonsense-Gesetz EEG sondern an den Monopolprofitgier-Turbokapitalisten der Stromversorger. Die machen mehr Profite als Umsatz! Das wurde offiziell bestätigt. Vom Weihmachtsmann und vom Osterhasen.
    Und hier zum wiederholten Male die Daten des Stat. Bundesamtes:
    2011 Strom konventionell erzeugt: 508 Twh
    2011 Strom exportiert und verkauft: 473 Twh
    2011 Verluste durch Umspannung und Transport 30 - 60 Twh.
    2011 Subventionierte Erzeugung von "Erneuerbarem": 102 Twh
    2011 davon genutzt: max. 20 Twh. Weggeschmissen: > 80 Twh.
    2011 erspartes CO2: NULL (im Gegenteil)

  • 03.12.2012, 09:11 Uhrubjay

    Nach Schutzgelderpressung, Drogen und Waffenhandel hat der Staat ein neues, lukratives Geschäftsfeld entdeckt.
    CO2 Zertifikate laufen nicht wie gewünscht und Ökosteuern für Sprit lassen sich
    im Moment nicht erhöhen.

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