Brasilianische Beteiligung: E.Ons großes Amazonas-Abenteuer

Brasilianische Beteiligung: E.Ons großes Amazonas-Abenteuer

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E.On-Chef Johannes Teyssen. Der Energiekonzern steht, nachdem Eike Batista in Geldnot geraten ist, am Amazonas alleine da.

von Andreas Wildhagen und Christof Schürmann

Der Düsseldorfer Energiekonzern E.On hat kein Glück mit seiner brasilianischen Beteiligung und mit seiner Schwellenland-Strategie. Und der Aktionär?

Eigentlich stand sein Name für einen Ausbruch und für einen Befreiungsschlag. Der größte deutsche Energiekonzern E.On und sein Vorstandschef Johannes Teyssen wollten sich nicht länger mit der deutschen Energiewende abärgern, sondern herausgehen aus Deutschland. Das Heil wurde gesucht ganz weit weg, in einem Schwellenland, das heiße Renditen verspricht: Eike Batista, der deutschstämmige Brasilianer und Energieunternehmer, reichte E.On die Hand, um Fuß zu fassen in einem Land, in dem noch alles möglich erscheint.

Der bevölkerungsreichste Staat in Südamerika, mit stetig steigenden Energiehunger und ebenso steigenden Strompreisen, schien da für E.On wie geschaffen, um endlich wieder einmal unternehmerisch aktiv zu werden, frei von Bedenkenträgern aus Berlin und Energiewende-Diskussionen, die nur lähmen und die gewohnten Gewinne wegbrechen lassen.

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MPX steckt in der Klemme

Die großen Hoffnungen, die E.On in Batista und seiner Firma MPX gesetzt haben, sind inzwischen zerstoben. Gemeinsam mit Batista wollte E.On den führenden Energiekonzern Brasiliens schaffen, das war Anfang 2012. Gut zehn Prozent des Batista-Unternehmens MPX erwarben die Düsseldorfer für umgerechnet 350 Millionen Euro. E.On-Chef Teyssen nahm den Mund voll und versprach einen Meilenstein und einer bedeutsamen und "wertschöpfenden Partnerschaft". Doch inzwischen ist Batista klamm. Er kündigte deswegen an, dass er weitere Anteile an seinem Unternehmen an E.On verkaufen wolle. Und zwar so schnell wie möglich. Der E.On-Vorstand verkaufte dies wiederum positiv, als weitere Wachstumschance im Schwellenland Brasilien.

In Wirklichkeit rang Batista aber um weitere Finanzspritzen, weil ihm heftige Probleme auf dem Magen liegen. E.On wird in den nächsten Monaten, so heißt es, weitere 800 Millionen Euro nachschießen. Damit wird E.On mit 36, 1 Prozent eines der größten Gesellschafter von MPX. Und MPX kann sich nicht mehr auf Batista verlassen, weil der Deutschbrasilianer mit anderen Geschäften viel Geld verloren hat.

E.On steht alleine da

E.On hat nun, aus der Not des Eike Batista geboren, die Kontrolle über MPX. Damit will der Konzern, den zuhause Nettoschulden in Höhe von 36 Milliarden Euro drücken, nun Kraftwerke in Brasilien bauen. Doch Batista zieht sich immer mehr aus dem Unternehmen zurück. E.On steht nun ziemlich allein da. Es fehlt bei E.On auch an Management-Know-how, das die Widrigkeiten des brasilianischen Marktes und der brasilianischen Politik kennt, Widrigkeiten, an denen schon der Ruhrgebietsnachbar ThyssenKrupp mit seinem verlustreichen Stahlwerk in einer Bucht bei Rio de Janeiro gescheitert ist.

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