Braunkohleabbau: Greenpeace greift Vattenfall weiter an

Braunkohleabbau: Greenpeace greift Vattenfall weiter an

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Vattenfall-Kraftwerk im südbrandenburgischen Jänschwalde: Bislang keine Einigung vor dem Landgericht Cottbus.

Vattenfalls Geschäft mit Braunkohle steckt voller Risiken – das besagt zumindest eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie. Mit diesem Schritt gehen die Umweltschützer weiter in die Offensive.

Das schwedische Energieunternehmen Vattenfall produziert Strom in Deutschland hauptsächlich aus Braunkohle – das ärgert die Umweltaktivisten von Greenpeace. Deshalb haben die strikten Braunkohlegegner das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) damit beauftragt, Vattenfalls Geschäfte genauer zu beleuchten. Die Untersuchung kommt zu folgendem Schluss: Das deutsche Kohlegeschäft birgt „gravierende wirtschaftliche Risiken“.

Die Studie mit dem Titel „Vattenfalls's Risky Business“ belegt detailliert, dass das gegenwärtig noch profitable Geschäft mit Braunkohle in der Lausitz stark gefährdet sei. Dafür finden die Wirtschaftsforscher neben wirtschaftlichen auch juristische Belege: So mache die voranschreitende Energiewende Braunkohle mittelfristig überflüssig. Auch die veränderte Rechtsprechung, die deutschen Bürgern neue Klagemöglichkeiten – beispielsweise gegen den Tagebau – einräumt, könnte teuer werden für Vattenfall. Werden diese sogenannten „sozialen Kosten“ künftig in den Wirtschaftszweig mit einberechnet, so die Ergebnisse der Studie, sei Braunkohle mit 80 bis 100 Euro pro Megawattstunde zwei bis drei Mal teurer als heutiger Börsenstrom mit 35 bis 40 Euro pro Megawattstunde.

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Dazu muss man jedoch wissen, dass Vattenfall und Greenpeace sich derzeit vor Gericht streiten. Der schwedische Energieriese fordert einen Ausgleich dafür, dass sich neun Aktivisten im September 2013 an Bahngleise in der Nähe des Tagebaus Welzow-Süd gekettet und somit den Braunkohlebetrieb unterbrochen haben. Vorerst konnten sich beide Parteien noch nicht einigen: Am Dienstag scheiterte bei der ersten mündlichen Verhandlung am Landgericht Cottbus ein Vergleichsgespräch. Die Umweltaktivisten wollten Druck aufbauen, um die Planungen zum Ausbau der Grube zu stoppen. Vattenfall fordert zudem von Greenpeace eine Unterlassungserklärung.

Auch in Schweden gibt es bereits Diskussionen über die Zukunft der Kohlesparte des Staatskonzerns. So wollen große Teile der schwedischen Bevölkerung nicht länger akzeptieren, dass der Energieriese in ihrem Namen Menschen umsiedelt und das Klima zerstört. Daraufhin hat sich Vattenfall dazu verpflichtet, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 auf 65 Millionen Tonnen zu reduzieren, von knapp 90 Millionen Tonnen im Jahr 2012. Ohne das Schließen oder den Verkauf der Braunkohlekraftwerke ist dieses Ziel jedoch kaum zu erreichen.

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