Bürgerbeteiligung: Energiewende durch Selbstbeteiligung

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Bürgerbeteiligung: Energiewende durch Selbstbeteiligung

Statt Strom aus Kraftwerken zu beziehen, nehmen immer mehr Bürger die Energiewende selbst in die Hand. In Berlin haben sie sich nun zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) sieht in diesem Modell als ein Schlüssel für das Gelingen der Energiewende.

Darüber würden Bürger direkt an den finanziellen Erträgen beteiligt. Die rund 600 Energiegenossenschaften in Deutschland wollen ihre Zusammenarbeit stärken und den großen Stromversorgern das Geschäft zunehmend streitig machen. Jede von ihnen erzeugte Kilowattstunde Strom ist eine weniger verkaufte für die großen Energieversorger. Gerade in ländlichen Regionen werden die Bürger dadurch zunehmend zu Selbstversorgern. Landwirte werden plötzlich zu Energiewirten - und junge Leute bekommen durch den Einstieg in das Energiegeschäft neue Perspektiven, die zum Verbleiben statt zur Abwanderung bewegen.

400 Vertreter von Energiegenossenschaften und anderen Bürgerenergieprojekten trafen sich in Berlin zum ersten Bundeskongress. Insgesamt sind derzeit mehr als 80.000 Bürger an Projekten beteiligt, die mit gemeinsamen Einlagen Windräder, Solarparks und Biogasanlagen realisieren. Derzeit werden pro Woche etwa drei neue Energiegenossenschaften gegründet. Bei der Finanzierung von Solar- und Windparks setzen sie auf Ideen aus dem 19. Jahrhundert.
Diese Stromrebellen, die autark von den Preislaunen der Konzerne werden wollen, sind für die Konzerne eine große Gefahr. Insgesamt sind 40 Prozent der Ökostrom-Anlagen in der Hand von Privatleuten. Vor diesem Hintergrund müssen Attacken gegen die Energiewende auch verstanden werden. Das finanzielle Risiko ist dank der auf 20 Jahre garantierten Vergütungen gering.

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Der Anteil an Ökostrom ist - auch dank der Genossenschaften - bereits auf 25 Prozent geklettert.

Auch dank Genossenschaften ist der Ökostrom-Anteil bereits auf rund 25 Prozent geklettert. „Das Einkommen aus der Energieproduktion fließt nicht mehr in anonyme Aktienpakete“, betonen die Initiatoren des ersten Bundeskongresses von Energiegenossenschaften, Josef Göppel (CSU), Ingbert Liebing (CDU), Hans-Josef Fell (Grüne) und Waltraud Wolff (SPD). So profitierten auch Landwirte, Hausbesitzer, Handwerker und viele Privatleute von der Energiewende, indem sie sich an Windrädern und Solaranlagen beteiligen oder diese installieren. Das Dilemma: Je mehr Menschen profitieren, desto schwieriger sind Reformen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, das haben die Blockaden der Länder bei Kürzungen der Solarförderung gezeigt. In diesen Tagen haben aber Millionen Deutsche die Quittung erhalten: Nicht nur, aber auch die Ökostrom-Förderung, die über den Strompreis zu zahlen ist, hat hunderte Versorger zu größtenteils rekordverdächtigen Erhöhungen bei den Stromtarifen für das kommende Jahr veranlasst. Gerade untere Einkommensschichten profitieren daher derzeit eher nicht von der Energiewende, sondern werden durch sie stärker belastet. Ihnen fehlt zudem oft das Geld, um über Genossenschaften profitieren zu können. 81 000 Bürger halten nach einer Untersuchung des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands bereits Anteile an Solar- und Windparks oder Biogasanlagen in Deutschland. Derzeit kommen wöchentlich im Schnitt drei neue Genossenschaften hinzu. Besonders verbreitet sind sie in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Im Schnitt beteiligt sich jeder Energiegenosse mit 3172 Euro. Eine der größten Energiegenossenschaften hat sich in und um Grafenwöhr in Bayern gebildet. 16 Kommunen haben sich hier zusammengeschlossen. Durch die Schaffung neuer Jobs kann so auch der Abzug tausender US-Streitkräfte etwas abgefedert werden. Mehr als 8,7 Millionen Euro wurden bereits für den Aufbau vor allem von Solarparks gesammelt. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sieht in einer direkten Beteiligung der Bürger einen Schlüssel für das Gelingen der Energiewende. Er hat daher auch die Idee von Bürgernetzen geboren, um endlich den Stromnetzausbau voranzubringen. Allerdings ist fraglich, ob sich Altmaiers Plan realisieren lässt. Er will, dass sich die Bürger ab Anteilen in Höhe von 500 Euro am Netzausbau beteiligen können, die mit jährlich fünf Prozent verzinst werden. So gäbe es Kapital für den Netzausbau und die Bürger würden sogar daran verdienen

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