Bundesnetzagentur: Angst vor dem südlichen Dunkeldeutschland

Bundesnetzagentur: Angst vor dem südlichen Dunkeldeutschland

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In ihrem neuesten Bericht warnt die Bundesnetzagentur vor Engpässen in der Stromversorgung in den kommenden Jahren in Baden-Württemberg und Bayern.

von Andreas Wildhagen

Die Bundesnetzagentur warnt in ihrem neuesten Bericht vor Stromausfällen südlich des Mains. Zwölf Knackpunkte der Energieversorgung aus dem 67-seitigen Dossier, das der WirtschaftsWoche vorliegt, nebst einer kleinen Stilkunde des Netzbewirtschaftungsbeamtendeutsch.

Der Berichts hinterlässt beim Betrachter ein gemischtes Bildt: Die Situation in den Stromübertragungs- und Gasfernleitungsnetzen war trotz des langen Winters weniger gefährlich als im Vorjahr. Die Gesamtdauer der Eingriffe zwischen Oktober 2012 und Ende März war geringer. Doch auf der anderen Seite sieht es in einzelnen Regionen längst nicht rosig aus. WirtschaftsWoche Online präsentiert die wichtigsten Punkte des Dossiers im Überblick und einen Dschungelführer durch die bemerkenswerte Technokratensprache:

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Komplex A: Bedrohliche Engpässe der Stromversorgung:

  • Kritische Situationen an einzelnen Tagen: Solche Tage waren beispielsweise der 25. Und der 26. März im Netz der Betreiber 50Hertz und Tennet. Ursache: Die hohe Einspeisung aus konventionellen Kraftwerken und erneuerbaren Energien in Norddeutschland.

  • Verhinderte Eingriffe der Netzbetreiber: An diesen Tagen war eine Intervention in die Erzeugungsleistung mit süddeutschen Kraftwerken nicht möglich, da einige Kraftwerke nicht verfügbar waren.
  • Am 10. Februar war eine falsche Prognose der Fotovoltaik-Einspeisung schuld an der Gefährdung der Systemsicherheit. Die Schneedecke auf den Sonnenkollektoren war dünner als vorausgesagt. Die Sonne hatte die Flocken schlicht weggeschmolzen, so dass die Einstrahlung auf die Module intensiver als angenommen war. Folge: Es wurde weit mehr Strom in das Netz eingespeist als erwartet, die Netzstabilität war zeitweise bedroht.
  • Deutlicher Hinweis der Netzagentur: Die Netzbetreiber als die größten Vermarkter der Fotovoltaik-Mengen halten eine deutliche Verbesserung der Solarprognose für dringend erforderlich. Es sollen Musteranlagen in den verschiedenen Regionen entstehen, an denen die Schneebedeckung abgelesen werden kann (siehe auch "Skurrilitäten")

Infografik Stromversorgung in Deutschland

Aus welchen Quellen sich Deutschland in zehn Jahren zuverlässig mit Strom versorgen kann.

Infografik: Stromversorgung in Deutschland

Komplex B: Brennpunkt Süddeutschland, der industriellen Herzkammer:

  • Die industrielle Kernregion Süddeutschland als Problemzone: Ein Fazit des Berichts lautet, dass eine Stilllegung von Kraftwerken im südlichen Deutschland die Systemsicherheit gefährdet und deshalb nicht akzeptiert werden kann.
  • Knappheit von Kraftwerken in Süddeutschland: Die Empfehlung der Netzagentur-Beamten lautet, dass auf absehbare Zeit in dieser Region keine Kraftwerke stillgelegt werden dürfen. Kohle, aber auch Gasmeiler müssen zuverlässig und gesichert zur Verfügung stehen, um notfalls Strom weiter im Markt anbieten zu können
  • Die Entwicklung des Kraftwerksparks ist deutschlandweit zwar noch erträglich, aber "die regionale Verteilung gibt "Anlass zu großer Sorge": In den Kernregionen der deutschen Industrie brechen bis 2018 prognostizierte 5,6 Gigawatt weg. Das entspricht fünf Atomkraftwerken.
  • Dramatisierung bis 2020: Bis zu dieser Jahresgrenze sagen die Beamten für Süddeutschland einen Verlust von "bis zu sieben Gigawatt" voraus.
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