Deutsche Energieagentur: Dena-Chef: Befreiung der Industrie von EEG-Abgabe ist richtig

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Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (Dena) Stephan Kohler

von Benjamin Reuter

Der Chef der Deutschen Energie-Agentur Dena, Stephan Kohler, hat die Befreiung der großen produzierenden Industriebetriebe von der EEG-Umlage verteidigt.

„In den USA kostet Industriestrom nur rund die Hälfte im Vergleich zu Deutschland und Gas nur ein Fünftel. Da überlegen sich Unternehmen aus der Chemie- und Grundstoffindustrie schon, ob sie in Deutschland überhaupt noch investieren“, sagte Kohler der WirtschaftsWoche. Allerdings müsse die Bundesregierung „nachjustieren“, weil teilweise Betriebe, die wenig oder gar nichts für die Energieeffizienz täten, von der jetzigen Rechtslage belohnt würden. „Manche Betriebe senken ihren Stromverbrauch und müssen dann wieder die EEG-Umlage zahlen, weil sie unter die Befreiungsgrenze fallen“, kritisierte Kohler. „Belohnt wird stattdessen derjenige, der kaum Effizienzmaßnahmen durchführt und weiter viel Strom verbraucht. Die Befreiung muss einen Anreiz für Energieeffizienz schaffen und nicht das Gegenteil.“ Deshalb schlägt Kohler vor, dass „nur die Unternehmen befreit werden, die einen hohen Effizienzstandard erfüllen und im internationalen Wettbewerb stehen.“
Insgesamt attestiert der Dena-Chef der Mehrzahl der Industriebetriebe, die Chancen der Industrieeffizienz zu vernachlässigen. „Laut unseren Umfragen kümmert sich weniger als die Hälfte der Unternehmen um das Thema Effizienz. Dabei verbrauchen Industrie und Gewerbe in Deutschland 75 Prozent des Stroms.“ Offenbar wüssten die Unternehmen gar nicht, wie viel Energie sie durch Investitionen in neue Technik einsparen und ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern könnten. „Unwissenheit ist eins der größten Risiken der Energiewende. Zudem investieren Unternehmen in Krisenzeiten wie jetzt auch eher ins Kerngeschäft, also ihre Produkte, und nicht in Energie sparende Maschinen.“

Um die Unternehmen bei den Strompreisen zumindest kurzfristig zu entlasten, fordert Kohler eine Abschaffung der Stromsteuer. „Um die steigenden Kosten abzufedern, müsste die Stromsteuer von derzeit 2,5 Euro-Cent pro Kilowattstunde gesenkt oder abgeschafft werden. Die Steuer wird erhoben, um die Umweltkosten von Kohle, Gas und Öl im Preis abzubilden. Wenn wir immer mehr Grünstrom
haben, ist die Begründung hinfällig.“

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