Deutsche zu langsam: Dänen wollen Herren der Nordsee werden

ThemaWindkraft

Deutsche zu langsam: Dänen wollen Herren der Nordsee werden

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Christoph Mertens, Geschäftsführer der deutschen Dong Energy Renewables

von Mario Brück

Der Manager des dänischen Energiekonzerns Dong strebt die Vorherrschaft vor der Nordseeküste an. Die Strategie der Deutschen rund um Windparkprojekte hält er für zu langsam.

WirtschaftsWoche: Herr Mertens, die Hiobsnachrichten über Verzögerungen und offene Haftungsfragen bei Windparks vor der deutschen Küste reißen nicht ab. Trotzdem hat Dong kürzlich für 160 Millionen Euro von dem Projektentwickler PNE die Rechte zum Bau dreier milliardenschwerer Windstromparks nördlich der Insel Norderney erworben. Sind Sie ein Hasardeur?

Mertens: Nein, sicher nicht. Das Investment ist Ausdruck unseres Optimismus, dass die Probleme nur vorübergehend sein werden, oder besser gesagt: dass die Probleme vorübergehend sein müssen. Denn ohne Strom aus Offshore-Windparks wird die Energiewende in Deutschland kaum gelingen, weil im Wesentlichen nur diese Art grüner Energie für die kontinuierliche Grundversorgung mit Strom geeignet ist. Wir sind realistisch, dass sich die Probleme lösen lassen, selbst bei unserem Projekt Borkum Riffgrund 2.

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Dong ist das Unternehmen, das weltweit die meisten Meereswindparks gebaut hat und weiterhin baut. Was machen andere Länder anders als Deutschland?

Der größte Unterschied ist der Netzanschluss. In Großbritannien ist der Windparkbauer, also wir, verpflichtet, den Anschluss samt Umspannplattform und Verkabelung selbst zu bauen. Der fertige Anschluss wird dann an den Netzbetreiber verkauft. In Dänemark funktioniert es wie in Deutschland. Der Netzbetreiber ist zum Anschluss gesetzlich verpflichtet.

Infografik Windiger Norden

Daten und Zahlen zu den 15 aussichtsreichsten Meeres-Windparkprojekte vor Deutschlands Küsten.

Daten und Zahlen zu den 15 aussichtsreichsten Meeres-Windparkprojekte vor Deutschlands Küsten.

Haben Sie dort die gleichen Probleme wie in Deutschland?

Überhaupt nicht. Dort läuft alles reibungslos und schnell.

Hat das Auswirkungen auf Ihre Ambitionen vor der deutschen Küste?

Nein, unsere Ambitionen sind klar. Offshore-Windenergie wird künftig der am stärksten wachsende Sektor im Energiebereich sein, und wir wollen im deutschen Offshore-Markt die führende Rolle einnehmen. Mit den Parks Godewind 1 bis 3 bei Norderney, die wir von PNE erworben haben, kommen wir diesem Anspruch einen deutlichen Schritt näher.

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