E.On-Aktie: Wertvollere Teile

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Der Vorstandsvorsitzende von Eon, Johannes Teyssen nach einer Pressekonferenz vor der Konzernzentrale in Düsseldorf. Der Strom- und Gaskonzern Eon steht vor dem größten Umbau seiner Konzerngeschichte. Das Düsseldorfer Unternehmen plant die Trennung vom Strom aus Kohle, Gas und Atomkraft.

von Anton Riedl

Spekulativen Anlegern bietet die Aufspaltung des Düsseldorfer Stromkonzerns durchaus Chancen.

Wer heute E.On-Aktien besitzt, der ist beteiligt an einem der größten deutschen Industriekonzerne mit rund 120 Milliarden Euro Umsatz – aber auch an neuen Milliardenabschreibungen, die das Unternehmen tief in die roten Zahlen stürzen. Nun verspricht E.On für 2014 und für 2015 trotzdem 50 Cent Dividende je Aktie. Das entspricht zwar einer Rendite von 3,4 Prozent, gemessen am aktuellen Kurs, wird allerdings aus der Substanz bezahlt. Die Ankündigung ist als Kurspflege bis zum Tag X zu verstehen, an dem 2016 die geplante Abspaltung (Spin-off) der Atom- und Kohlestromerzeugung erfolgen soll. Danach wird es an der Börse erstens die europäische Aktiengesellschaft E.On SE geben, in der das moderne Geschäft um erneuerbare Energien steckt. Dazu wird es zweitens Aktien eines noch zu benennenden Börsenkonzerns geben, der das abgespaltene klassische Energiegeschäft beherbergen soll.

Die Vorteile der Aktie der E.On SE liegen auf der Hand: Schon heute erzielen die Düsseldorfer mit ihrem modernen Geschäft um erneuerbare Quellen, Stromnetze und Service zwei Drittel ihrer Gewinne. Durch die Spezialisierung dürfte E.On seine Margen hier ausbauen. Zudem wird E.On SE durch den Spin-off Finanzmittel hereinbekommen, die in den Ausbau des Geschäfts mit erneuerbaren Energien fließen. Allerdings: Bei E.On SE wird auch die Schuldenlast des bisherigen Konzerns verbleiben, rund 31 Milliarden Euro. E.On rechnet damit, diesen Berg durch Einnahmen aus dem laufenden Geschäft abzutragen. Bis das gelingt, ist eine Rating-Herabstufung von A- auf BBB+ möglich. Selbst dann wäre E.On noch Investmentgrade.

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Auch die Aktien der abgespaltenen, neuen Gesellschaft sind nicht chancenlos. E.On-Chef Teyssen verspricht eine „solide Finanzausstattung“ ohne Schulden, genug Rückstellungen für Atomkraftwerke und hohe Dividenden. Zudem besteht die Chance auf Einnahmen aus Atom-Klagen. Auch operativ könnte sich der Wind drehen. Dass die Großhandelspreise für Strom angesichts eines weltweit steigenden Energieverbrauchs langfristig weiter sinken, ist wenig realistisch. Sollte es zu einer Stabilisierung der Preise kommen, wäre das für den Energieproduzenten E.On ein gewaltiger Hebel.

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70 Milliarden Euro haben E.On-Aktionäre in den vergangenen sieben Jahren verloren. An der Börse wurde der Niedergang des klassischen Energiegeschäfts reichlich verarbeitet. Von diesem gedrückten Kursniveau aus schürt der Spin-off durchaus Hoffnungen auf eine langsame Kurswende. Weil das abzuspaltende alte Energiegeschäft auf den ersten Blick wenig attraktiv ist, könnte dessen Börseneinstand 2016 sogar günstig ausfallen.

Im Gegensatz zu E.On hält RWE an seinem Geschäftsschwerpunkt fest: der Energieerzeugung aus Kraftwerken. Wegen der starken Stellung kommunaler Aktionäre ist hier ein so radikaler Schnitt wie bei E.On wenig wahrscheinlich. Mit 13 Prozent Eigenkapital in der Bilanz sind die finanziellen Reserven von RWE knapp, ein Kauf ist die Aktie derzeit nicht.

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