E.On: Energiekonzern fährt offenbar Rekordverlust ein

E.On: Energiekonzern fährt offenbar Rekordverlust ein

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Eine rote Ampel leuchtet vor der E.On-Zentrale in Essen.

Bei E.On gibt es kurz vor der Aufspaltung im Januar schlechte Zahlen: Laut Insider-Informationen schreibt der Energieriese durch hohe Abschreibungen auf Kraftwerke einen Verlust von rund fünf Milliarden Euro.

Der Energiekonzern E.On hat Insidern zufolge im dritten Quartal den höchsten Verlust in der Unternehmensgeschichte eingefahren. Nach milliardenschweren Abschreibungen auf Kraftwerke stehe ein Nettoverlust von rund fünf Milliarden Euro in den Büchern, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. E.On lehnte eine Stellungnahme ab und verwies auf die am Mittwoch geplante Vorlage der Quartalszahlen. Das "Handelsblatt" hatte über den Verlust zuvor berichtet. Vorstandschef Johannes Teyssen hatte einen Fehlbetrag in der Größenordnung bereits in Aussicht gestellt.

E.On machen wie der gesamten Branche die gefallenen Strom-Großhandelspreise zu schaffen. Vor der im Januar geplanten Aufspaltung muss der Konzern seine Anlagen bewerten. Neben den Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken dürfte auch das Geschäft mit der Öl- und Gasförderung wegen der gefallenen Notierungen weniger wert sein. Insgesamt lägen die Wertberichtigungen bei rund acht Milliarden Euro, sagten die Insider. Die Aktie lag zu Börsenbeginn knapp ein Prozent im Minus.

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Die künftige E.On-Struktur

  • Aufspaltung

    E.On will das Geschäft mit der Stromerzeugung aus Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken sowie der Energiehandel 2016 mehrheitlich an die eigenen Aktionäre verschenk und an die Börse bringen. Die übrigen Anteile will E.On danach in kleineren Schritten über die Börse verkaufen. Der verbleibende Konzern besteht dann eigenen Angaben zufolge mit insgesamt 40.000 Mitarbeitern und 33 Millionen Kunden aus den drei Säulen: Erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen.

    Quelle: Nachrichtenagentur Reuters (Stand: Dezember 2014)

  • Erneuerbare Energien

    Im Bereich Erneuerbare Energien steht E.On nach eigener Einschätzung weltweit auf Platz drei der Offshore-Windkraftbetreiber. In europäischen Gewässern betreibt E.On Anlagen mit einer Kapazität von 0,7 Gigawatt (GW). An Land betreibt der Versorger derzeit Windparks mit einer installierten Kapazität von 3,6 GW, davon 1,1 GW in Europa und 2,5 GW in den USA. Vorstandschef Johannes Teyssen kündigte an, im Zuge der Neuausrichtung das Solargeschäft auszubauen. Die Wasserkraftwerke sollen dagegen mit den Atom- und Kohlekraftwerken in die neue Gesellschaft ausgegliedert werden. 2013 setzte E.On im Bereich Erneuerbare Energien mit rund 1700 Mitarbeitern 2,436 Milliarden Euro um, das Ebitda belief sich auf 1,431 Milliarden Euro.

  • Energienetze

    E.On verfügt über mehr als eine Million Kilometer Stromnetze, davon 411.000 Kilometer in Deutschland, 136.000 in Schweden, 314.000 im übrigen Europa und 200.000 Kilometer in der Türkei. Neben Investitionen ins Netz plant Teyssen Zukäufe in ausgewählten Regionen.

  • Kundenlösungen

    Der Geschäftsbereich Kundenlösungen umfasst rund 33 Millionen Kunden, 7,7 Millionen in Großbritannien, 6,1 Millionen in Deutschland, 10,4 Millionen im übrigen Europa und neun Millionen in der Türkei. E.On will durch die Modernisierung seiner Netze den Kunden künftig neue Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Energieeffizienz und dezentrale Erzeugung liefern.

  • Neue Gesellschaft

    Bei den ausgegliederten Geschäftsteilen - Stromerzeugung aus Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken sowie der Energiehandel - werden künftig noch 20.000 Mitarbeiter beschäftigt sein. Das Ebitda auf Basis von 2013 beträgt gut vier Milliarden Euro.

E.On hatte bereits im September für das laufende Quartal Wertberichtigungen im höheren einstelligen Milliarden-Euro-Bereich angekündigt. Im Gesamtjahr drohe ein Verlust in der Größenordnung eines "mittleren einstelligen Milliardenbetrags". 2014 hatte der Versorger bereits einen Fehlbetrag von 3,16 Milliarden Euro eingefahren - den bis dato höchsten in der Konzerngeschichte. Für 2015 hatten die Düsseldorfer gleichwohl eine unveränderte Dividende von 50 Cent je Aktie in Aussicht gestellt.

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Der größte deutsche Versorger will sich Anfang 2016 aufspalten. Danach sollen die Kohle- und Gaskraftwerke sowie der Energiehandel in die neue Gesellschaft Uniper mit knapp 14.000 Mitarbeitern übergehen. Bei E.On bleiben das Ökostromgeschäft, die Strom- und Gasnetze, Energiedienstleitungen und - entgegen ursprünglichen Plänen - auch die Atomkraftwerke mit insgesamt 43.000 Beschäftigten. Die Meiler sollen in die neue Tochter PreussenElektra gebündelt werden. Damit hält sich E.On die Möglichkeit offen, die Meiler mitsamt der mitsamt der milliardenschweren Rückstellungen in eine Atomfonds oder eine Atomstiftung einzubringen.

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