E.On: Kritik an Abspaltung der Atomkraft

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E.On

von Reinhold Böhmer, Mario Brück, Dieter Dürand, Rebecca Eisert, Mark Fehr, Thomas Glöckner und Max Haerder

Energieexperte Irrek fürchtet, dass die Abtrennung der Atom-Sparte vom E.On-Konzern dessen Haftung für die Abwicklungskosten mindert.

Der Bochumer Energieexperte Wolfgang Irrek befürchtet, dass der Düsseldorfer Energieriese E.On durch die angekündigte Auslagerung der Atomsparte auf eine neue Gesellschaft der künftigen Stilllegung von Kernanlagen wichtige notwendige Mittel entzieht. „Dadurch könnte sich die Abdeckung der Rückstellungen mit Geldmitteln etwa halbieren, weil die Rückbau- und Entsorgungslasten zusammen mit den Kraftwerken vollständig in den abzuwickelnden Unternehmensteil verschoben werden, die Vermögenswerte aber nur zum Teil“, sagte der Professor für Energiewirtschaft an der Hochschule Ruhr West in Bottrop der WirtschaftsWoche.

„Zudem ist das Pleiterisiko des Unternehmensteils mit den Altlasten höher, weil dieser nach der Abtrennung nicht mehr durch die zukunftsträchtigen Geschäftsbereiche unterstützt wird.“ Ähnlich äußerte sich ein ehemaliger E.On- Top-Manager gegenüber der WirtschaftsWoche, den das Blatt mit den Worten zitiert: „Die Herauslösung der Atomkraftwerke dient eindeutig dazu, den künftigen E.On-Konzern von der Haftung für die Folgen der Kernenergie zu befreien.“

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Neuausrichtung - So steht es um die Energiekonzerne

  • E.On

    Umsatzanteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung: 2,0 %
    Gewinnanteil vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen: 15,0%
    Installierte Minikraftwerke in Deutschland: 4000
    Unterstützung des Neugeschäfts durch Vorstandschef¹: *
    Kooperationen mit anderen Unternehmen: 135

    ¹3 Sterne = groß, 1 Stern = gering

    (Stand: Juni 2014)

  • RWE

    Umsatzanteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung: 1,7 %
    Gewinnanteil vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen: 4,5%
    Installierte Minikraftwerke in Deutschland: 1300
    Unterstützung des Neugeschäfts durch Vorstandschef¹: **
    Kooperationen mit anderen Unternehmen: 90

    ¹3 Sterne = groß, 1 Stern = gering

  • EnBW

    Umsatzanteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung: 2,3 %
    Gewinnanteil vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen: 10,0%
    Installierte Minikraftwerke in Deutschland: 205
    Unterstützung des Neugeschäfts durch Vorstandschef¹: ***
    Kooperationen mit anderen Unternehmen: 50

    ¹3 Sterne = groß, 1 Stern = gering

  • Vattenfall

    Umsatzanteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung: k.A.
    Gewinnanteil vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen: k.A.
    Installierte Minikraftwerke in Deutschland: k.A.
    Unterstützung des Neugeschäfts durch Vorstandschef¹: *
    Kooperationen mit anderen Unternehmen: 300

    ¹3 Sterne = groß, 1 Stern = gering

E.On-Chef Johannes Teyssen hatte Anfang der Woche angekündigt, Deutschlands größten Energieerzeuger von 2016 an in einen künftigen E.On-Konzern in Form einer europäischen Aktiengesellschaft aufzuspalten, der sich unter anderem auf die erneuerbaren Energie konzentrieren soll. Die Atom- sowie die fossilen Kraftwerke hingegen sollen neben anderen Bereich in eine neue Gesellschaft mit noch unbekanntem Namen ausgegliedert werden.

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