E.On, RWE, EnBW: So dramatisch steht es um die Zukunft der Energieriesen

E.On, RWE, EnBW: So dramatisch steht es um die Zukunft der Energieriesen

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Die drei deutschen Energieriesen kämpfen mit der Energiewende.

von Andreas Wildhagen und Rebecca Eisert

Die drei großen deutschen Energiekonzerne E.On, RWE und EnBW kämpfen mit der Energiewende. Diese Woche purzeln die letzten Hoffnungen bei der Veröffentlichung der Neunmonatszahlen.

„Die Hütte brennt“, lautet der Alarmruf von E.On-Chef Johannes Teyssen. Der Satz gilt für alle drei großen Energieversorger in Deutschland: Nicht nur für E.On, sondern auch für RWE und EnBW. Die Baden-Württemberger veröffentlichten am Dienstag ihr Dreivierteljahresergebnis. E.On bittet am Mittwoch zur Telefonkonferenz mit dem Vorstandschef. Und RWE-Chef Peter Terium legte am heutigen Donnerstag seinen Bericht ab. Es sieht grau und rot aus in den Bilanzen der Energiekonzerne in diesem November. Neue Kostenziele werden verkündet. Der RWE-Chef kündigt einen erneuten Stellenabbau bis 2016 an. Und EnBW-Chef Frank Mastiaux gab bereits vergangene Woche bei einer Podiumsdiskussion während einer Anhörung in der Katholischen Akademie in Stuttgart bekannt, dass alle konventionellen Kraftwerke von EnBW rote Zahlen schreiben, ausgenommen die Atomkraftwerke.

Die Energiewende saugt wie ein Staubsauger die Gewinne aus der Bilanz von E.On. Ein Gewinneinbruch von über 50 Prozent muss Teyssen bekanntgeben. E.On kämpft gegen die vorrangige Einspeisung von Wind- und Sonnenstrom ins Netz, so dass die Rechnungen von Kohle- und Gaskraftwerken nicht mehr stimmen. Gaskraftwerke verdienen überhaupt kein Geld mehr. Und Gleiches hatte EnBW-Chef Frank Mastiaux vorige Woche beklagt: „Man muss sich das vorstellen, dass in einem fossilen Kraftwerk, das nur einige hundert Stunden im Jahr läuft, gut 300 Beschäftigte das ganze Jahr praktisch kaum oder gar nichts zu tun haben“. Das führt nicht nur zu großer Unzufriedenheit in der Belegschaft. Auch Ingenieure verspüren kaum noch den Drang, sich bei EnBW zu bewerben. In leer laufenden Kraftwerken will keiner seine Berufslaufbahn einschlagen.

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Der früher stark atomlastige Versorger hat während der Energiewende zwei von vier Meilern abgeschaltet. EnBW-Chef Mastiaux arbeitet an einem neuen Konzern, der auch ohne die früher lukrative Kernenergie auskommt. Im Augenblick gilt für alle Versorger: Es gibt Ideen, auch Investitionen, aber keine Aussicht auf Gewinne der Vergangenheit.

Gewinneinbruch E.On schraubt Prognose zurück

Der Energiekonzern E.On muss seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr herunterschrauben. Der Gewinn brach deutlich ein. Schuld sind gefallene Strom-Großhandelspreise.

Das Logo des Eon-Konzerns Quelle: dpa

Versorger stemmen sich gegen den Gewinnschwund

Alle drei großen Energiekonzerne sparen, was das Zeug hält. RWE verkündete bereits vorige Woche neue Kostenziele. Am Donnerstag will Terium Details präsentieren. In der Kraftwerkssparte Generation sollen Gerüchte zufolge 3400 Stellen gestrichen werden. Auch im Vertrieb wird zurechtgeschnitten, gestutzt und gebündelt. Näheres wird der Quartalsbericht zeigen. Bei RWE sollen die Kosten um eine Milliarde Euro gedrückt werden. Die Kostenprogramme tragen blumige Namen: „Fit for Future All“ „Lean Steering“ und „Neo“ im Geschäftsfeld Erneuerbare Energien, wo RWE ebenfalls Stellen streichen will. Es zeigt sich: Die Euphorie, dass die Energiewende eine Fülle von „Green Jobs“ generiert zerplatzt, für die gesamte Branche.

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