E.On, RWE und Co: Den Stromkonzernen fehlen Innovationen

E.On, RWE und Co: Den Stromkonzernen fehlen Innovationen

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Deutschen Energieversorgern fehlt es an Innovationen

von Angela Hennersdorf

Mit Milliardenverlusten kämpfen Energieriesen wie RWE und E.On. Was ihnen fehlt sind Innovationen und eine digitale Strategie. Das Interesse der Energiekunden an neuen digitalen Diensten aus dem Energiesektor ist groß.

Stromkunden in Deutschland sind treue Gesellen. Auch 17 Jahre nach der Liberalisierung des Strommarktes bleiben die meisten bei dem Energieversorger, bei dem sie schon immer waren. Dabei buhlen mittlerweile über 1000 Stromanbieter in Deutschland mit Rabatten und Prämien um Kunden. Doch Stromverbraucher sind äußerst zufrieden mit ihrem Versorger. Wichtiger als eine niedrigere Stromrechnung ist ihnen eine zuverlässige und sichere Versorgung, so das Ergebnis einer jüngsten Umfrage des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). 

Potenzial schlagen die Energieversorger aus dieser hohen Zufriedenheit ihrer Kundschaft nicht. Auf der Suche nach neuen Ertragsquellen fällt ihnen immer noch nicht viel mehr ein, als Preiskämpfe mit den Billiganbietern. Große Versorger wie RWE, E.On und EnBW mischen bei den Rabattschlachten mit ihren eigenen Discountanbietern Eprimo, Direktstrom und Yellow Strom kräftig mit. 

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Preise für Haushaltskunden bei einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh; Gesamtkosten ohne Bonus - einmaliger Bonus wurde nicht in Kosten eingerechnet; Ökostromtarife mit Gütesiegel OK Power / Grüner Strom.

Quelle: www.verivox.de, Stand: 30.11.2015



Das ist weder besonders lukrativ noch innovativ. Die Energieriesen kämpfen mit Milliardenverlusten wegen sinkender Großhandelspreise im Zuge der Energiewende und suchen dringend neue Ertragsquellen. 

Dabei ist das Interesse an innovativen digitalen Diensten aus dem Energiesektor bei den Verbrauchern hoch. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „ProduktSonar Energie“ des Beratungsunternehmens Oliver Wyman, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt. 800 Haushalte befragte das Münchener Beraterhaus nach ihrem Interesse an neuen Dienstleistungen aus dem Energiesektor, mit 100 führten die Berater intensive Telefoninterviews.

Die Testsieger - faire Normalstromtarife in 100 Städten

  • Zum Ranking

    Die nachfolgenden Stromanbieter gingen in den Großstädten besonders häufig als Testsieger aus dem Vergleich hervor. In die Wertung kamen nur Tarife ohne Vorauskasse oder Kaution, ohne Berücksichtigung von Boni, maximal ein Jahr Laufzeit und sechs Wochen Kündigungsfrist, ein Jahr Preisgarantie;

    Quelle: WirtschaftsWoche, Daten: Verivox, Stand: 18. Dezember 2015

  • Strogon

    Strogon ist mit seinem Tarif Flexibel plus in 71 Städten Testsieger.

  • Grünwelt (Stromio)

    Grünwelt (Stromio) ist mit seinem Tarif grünstrom pur 12 in 16 Städten Testsieger.

  • Elogico (Enstroga)

    Elogico (Enstroga) ist mit seinem Tarif elo 12/12 in 10 Städten Testsieger.

  • Mainova

    Mainova ist mit seinem Tarif Mainova Strom Direkt in 3 Städten Testsieger.

An 20 vorgestellten Produkten bekundet mehr als die Hälfte der Befragten sehr hohes Interesse. Das größte Interesse besteht an Kombipaketen aus Telefon, Internet, Unterhaltung und Strom gefolgt von digitalen Anwendungen im Haushalt wie etwa intelligente Stromtarife, Hauswärmepakete wie Solaranlagen mit Batterie-Pakektlösungen oder digitale Steuerung von Hausgeräten per Smartphone.

Energieversorger haben eine hohe Glaubwürdigkeit

Drei wichtige Erkenntnisse liefert die Studie der Energiebranche: 

Erstens: Strom- und Gaskunden halten die Versorger zwar für zuverlässig, aber für wenig kreativ. Für nur ein Viertel der Befragten sind Energieversorger besonders innovativ. Trotzdem liegen Energieversorger in vier der fünf vorgestellten Produktkategorien, unter den Top Drei der glaubwürdigsten Anbieter nach Telekommunikationsunternehmen, Städten und Gemeinden. Gegenüber letzteren schneiden die Energieversorger hinsichtlich Schnelligkeit und Zuverlässigkeit sogar besser ab.  

Stromanbieter-Ranking Die besten Stromtarife Deutschlands

Wer vom Grundversorger zu einem anderen Stromversorger wechselt, spart im Schnitt 229 Euro pro Jahr. Welche Anbieter günstig und empfehlenswert sind, zeigt unser exklusives Ranking für die 100 größten deutschen Städte.

Die besten Stromanbieter 2015 im Ranking. Quelle: Getty Images, Montage

Zweite Erkenntnis: Solange diese Dienste einfach und komfortabel sind, ist der Preis für ein neues Angebot nicht das wichtigste Kriterium für die Wahl eines solchen Produktes, so das Ergebnis der Studie von Oliver Wyman. Premiumangebote sind also ausdrücklich gewünscht. 

Und drittens steigt mit dem Angebot von innovativen Diensten auch die Wechselbereitschaft der Kundschaft. Bisher liegt die Wechselbereitschaft im Energiesektor mit rund acht Prozent sehr niedrig. Bei den untersuchten Produkten in der Studie steigt die Bereitschaft zum Wechseln auf bis zu 36 Prozent. Mit neuen innovativen Diensten könnten Energieversorger also Kunden locken und binden.

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