E.On-Zahlen: Gas und Kohle lohnen sich nicht mehr

E.On-Zahlen: Gas und Kohle lohnen sich nicht mehr

von Andreas Wildhagen

E.On blickt pessimistisch in die Zukunft. Nur das russische Geschäft wächst.

Es war nicht sehr optimistisch, was E.On-Vorstandschef Johannes Teyssen aus London auf einer Telefonkonferenz mitteilte. Zwar sieht der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen für das Jahr 2012 noch ganz ordentlich aus, er beträgt satte 10,8 Milliarden Euro. Aber der Konzernüberschuss werde 2013 voraussichtlich nur noch zwischen 2,2 und 2,6 Milliarden Euro betragen, nach 4,3 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Vor allem sieht Teyssen in Kohle- und Gaskraftwerken in Deutschland keine Zukunft mehr.

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Strommix von E.On

  • Erdgas und Öl

    Mit Gaskraftwerke produziert E.On den größten Teil seines Stroms - satte 38 Prozent.

  • Braun- und Steinkohle

    Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen wie Braun- und Steinkohle produzieren den zweithöchsten Anteil im E.On-Strommix: 29 Prozent.

  • Kernkraft

    Konventionelle Atomkraftwerke erzeugten 22 Prozent der E.On-Energie.

  • Erneuerbare Energien

    Strom aus Sonn, Wind und Wellen machen bei E.On bereits einen Anteil von 10 Prozent aus. Das Unternehmen hat die erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut.

Das Steinkohle-Kraftwerksprojekt Staudinger bei Frankfurt werde E.On nicht mehr verfolgen. Auch die hochmodernen Gaskraftwerke in Bayern seien extrem unterfordert. Nur 2.000 Betriebsstunden erreichten sie im Jahr, das ist weniger als ein Viertel der Gesamtkapazität. Unter solchen Umständen sind Gaskraftwerke für E.On nicht mehr gewinnbringend zu betreiben. Auch die kommunalen Mitgesellschafter drängten aus den Gaskraftwerken heraus, weil die klammen Kommunen Verluste ihrer Beteiligungen befürchten.

Die Energiewende, das Abschalten vieler Atomkraftwerke hat die Gaskraftwerke in die Sackgasse manövriert. Die aus dem Boden sprießenden Erneuerbaren, Solarzellen und Windräder, decken zur Mittagszeit den Strombedarf ab, für den sonst Gaskraftwerke ansprangen. Die laufen nun weiter unter ihrer Kapazitätsgrenze und häufen Verluste auf. Gleichzeitig sind durch die Vielzahl von Erneuerbaren die Renditerechnungen für Windparks nur noch Makulatur. Auch diese Energieart gerät zunehmend unter Preisdruck. E.On will auf das Geschäft mit dezentralen Energie-Hausanlagen ausweichen, dort, wo bereits ein energiefremder Konzern wie Volkswagen vorgeprescht ist.

E.On und die Konkurrenz

  • Anteil erneuerbare Energien

    In puncto Wind-, Wasser- und Sonnenenergie haben EnBW und E.On die Nase vorn. EnBW speist 11 Prozent seines Stroms mit erneuerbaren Energiequellen, E.On 10 Prozent und RWE nur vier Prozent.

  • Anteil der Kohlekraftwerke

    E.On produziert im Vergleich zu EnBW und RWE einen recht geringen Anteil des Stroms in Kohlekraftwerken, nämlich nur 29 Prozent. Bei EnBW sind es 38 Prozent, bei RWE sogar 59 Prozent.

  • Anteil der Kernkraftwerke

    Nur RWE produziert weniger Energie ins AKWs als E.On. Bei RWE sind es 17 Prozent, bei E.On 22 Prozent und beim schwäbischen Energieversorger EnBW sind es 48 Prozent.

Russland als zuverlässiger Gewinnbringer

Allein Russland macht den Energiemanagern aus Düsseldorf Freude. Das Investment ist einst von Teyssen-Vorgänger Wulf Bernotat angeschoben worden. Bernotat kaufte Kraftwerke in Sibirien, wurde dafür viel gescholten, weil sie angeblich zu teuer waren. Nun ist das russische Geschäft ein zuverlässiger Gewinnbringer. E.On investiert gerade in ein neues Kraftwerk, das 2016 in Betrieb gehen soll.

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Ansonsten ist E.On dazu verdammt, seinen Gewinn mit außerordentlichen Verkäufen aufrecht zu erhalten. Zu den zum Verkauf stehenden Perlen gehören die Regionalversorger-Beteiligungen E.On Mitte in Kassel und E.On Westfalen Weser in Paderborn. Gut 800 Millionen Euro sollen die Beteiligung bringen, schätzen Marktteilnehmer. Von den 2013 geplanten Beteiligungsverkäufen in Höhe von 15 Milliarden Euro, hat E.On sogar jetzt schon 17 Milliarden Euro realisiert. Teyssen gibt vor allem Gas beim Ausverkauf.

Wind und Sonne begünstigen, so absurd das klingt, vor allem die Braunkohleverstromer. Dadurch dass immer mehr Solar- und Windenergie in die Netze drückt, sinkt die Nachfrage nach Emissionszertifikaten, die eigentlich so teuer sein sollten, dass Betreiber von Braunkohlekraftwerken Schwierigkeiten haben, ihre Meiler laufen zu lassen. Doch diese Zertifikate sind mittlerweile so billig, dass die Braunkohleverstromung zu einer echten Bonanza geworden sind. Im Braunkohle-Boom sonnen sich vor allem RWE und Vattenfall in Ostdeutschland.

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