EnBW: Energiewende zieht Energiekonzern tief in den Verluststrudel

EnBW: Energiewende zieht Energiekonzern tief in den Verluststrudel

Die anhaltenden Belastungen der Energiewende haben die EnBW im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen rutschen lassen. 2013 hatte es noch einen geringen Nettogewinn gegeben.

Die Energiewende hat dem drittgrößten deutschen Energiekonzern EnBW im vergangenen Jahr einen hohen Verlust eingebrockt. Bei einem leichten Umsatzanstieg auf 21 Milliarden Euro schlug bei der Energie Baden-Württemberg (EnBW) ein Fehlbetrag von 450 Millionen Euro zu Buche nach einem Gewinn von 51 Millionen Euro im Vorjahr, wie das Unternehmen mitteilte. Auf das Defizit beim Umbau vom Atomkonzern zum Ökostromerzeuger reagiert der staatliche Energiekonzern mit einem neuen Sparprogramm. "Bis 2020 wollen wir noch einmal 400 Millionen Euro einsparen", kündigte EnBW-Chef Frank Mastiaux zur Vorlage der Bilanz in Karlsruhe an.

EnBW begründete die Entwicklung mit einer hohen Wertberichtigung auf seine Kohlekraftwerke vom Juni 2014. Die Anlagen wurden um 1,2 Milliarden Euro niedriger angesetzt, weil sie nicht mehr rentabel bewirtschaftet werden können. Der Ökostrom-Boom drückt bei Betreibern konventioneller Kraftwerke immer stärker auf die Ergebnisse. EnBW hat jedoch auch bereits hohe Summen in erneuerbare Energien investiert.

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Deutsche Energieversorger im Vergleich

  • E.On

    Umsatz im Jahr 2013: 36,8 Milliarden Euro

    Kraftwerkskapazität im Jahr 2013: 18.518 Megawatt

    Stromabsatz im Jahr 2013: 704 Terawattstunden

    Anteil Erneuerbaren Energien: 11 Prozent

    Quelle: Statista, Unternehmen

  • RWE

    Umsatz im Jahr 2013: 28,1 Milliarden Euro

    Kraftwerkskapazität im Jahr 2013: 28.257 Megawatt

    Stromabsatz im Jahr 2013: 271 Terawattstunden

    Anteil Erneuerbaren Energien: 6 Prozent

    Quelle: Statista, Unternehmen

  • EnBW

    Umsatz im Jahr 2013:20,5 Milliarden Euro

    Kraftwerkskapazität im Jahr 2013: 13.802 Megawatt

    Stromabsatz im Jahr 2013: 128 Terawattstunden

    Anteil Erneuerbaren Energien: 13 Prozent

    Quelle: Statista, Unternehmen

  • Vattenfall

    Umsatz im Jahr 2013: 15,3 Milliarden Euro

    Kraftwerkskapazität im Jahr 2013: 18.352 Megawatt

    Stromabsatz im Jahr 2013: 86 Terawattstunden

    Anteil Erneuerbaren Energien: 23 Prozent

    Quelle: Statista, Unternehmen

Die Folge der schlechten Zahlen: Stellenabbau in der Verwaltung und Energieerzeugung. Dabei gehe es in den kommenden drei Jahren um den Abbau von rund 500 der insgesamt gut 20.000 Stellen, so Mastiaux. Ein Teil der betroffenen Mitarbeiter könne andere Aufgaben übernehmen. Der Konzern hatte bereits im vergangenen Jahr die Strukturen gestrafft und den Vorstand verkleinert.

Die Karlsruher kämpfen wie E.ON und RWE mit dem Preisverfall an den Strombörsen. E.ON hatte einen Rekordverlust von 3,2 Milliarden Euro erlitten, bei RWE waren es knapp 1,3 Milliarden Euro. Durch den Ausbau des Ökostroms und Überkapazitäten an Kraftwerken sinken die Strompreise an der Börse. Die EnBW musste deshalb Abschreibungen von mehr als einer Milliarde Euro auf konventionelle, unrentable Kraftwerke vornehmen. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sank um 2,6 Prozent auf 2,17 Milliarden Euro.

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Mastiaux will die Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen ausbauen. Doch im erhofften Wachstumsfeld erlitt der staatliche Energiekonzern den größten Rückschlag: Der operative Gewinn sank um 13 Prozent auf 191 Millionen Euro. Auch mit der Netznutzung verdiente EnBW deutlich weniger. Das größte Geschäftsfeld Erzeugung und Handel legte hingegen um sieben Prozent auf fast 900 Millionen Euro Gewinn zu. Eine durchgreifende Besserung ist nicht in Sicht: Auch in diesem Jahr soll das operative Ergebnis bis zu fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen.

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