EnBW: Razzia zur Unzeit

von Andreas Wildhagen

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat die Firmenzentrale des Energiekonzerns EnBW in Karlsruhe sowie sieben Privatwohnungen durchsucht. Seit einem Jahr laufen Ermittlungen wegen dubioser Russland-Geschäfte.

Durchsuchung von Geschäftsräumen des baden-württembergischen Versorgers EnBW wirbeln das Unternehmen auf. Eigentlich sollte Ruhe einkehren bei EnBW. Der neue Chef des Stromversorgers, Frank Mastiaux, hat dem Unternehmen eine Strategie-Kur verschrieben. Bis Juni sollen Strategiegruppen die neue Ausrichtung des Energiekonzerns festzurren, quo vadis EnBW? Das Unternehmen, früher zur Hälfte abhängig vom Atomstrom, sucht nach einem Ausweg. Der Ausbau der Windenergie, besonders im eigenen Land, kommt nur schleppend voran.

Inmitten dieser konstruktiven Denk-Ruhe platzt eine Razzia. Beamte der Staatsanwaltschaft Mannheim und der Steuerfahndung Mannheim durchsuchen die Geschäftsräume von EnBW. Haben EnBW-Manager in der Vergangenheit den russischen Lobbyisten Andrej Bykow geschmiert? Korruption wird in Russland nicht in derselben unerbittlichen Art verfolgt wie bei uns. Angeblich ging es um lukrative Gasverträge zwischen EnBW und russischen Händlern, angeblich auch um Uraneinkauf und um das Geschäft des Rückbaus, vulgo Abriss, von Atomkraftwerken.

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Die Rolle von Bykow ist bis heute nicht geklärt. Es gab Verträge, die aber waren wolkig formuliert. EnBW gehört heute mehrheitlich dem Land Baden-Württemberg und den schwäbischen Kommunen. Für solche staatlichen Aktionäre sind Korruptionsvorwürfe nichts Alltägliches, sie müssen gnadenlos aufgedeckt werden, bis zum glasklaren Beweis, dass nichts Unrechtes passiert ist.

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EnBW Quelle: dpa

Das aber fällt den Ermittlungsbehörden schwer, deshalb die Durchsuchungsaktion. Sie sind für den EnBW-Chef Mastiaux ein Störfeuer, das EnBW mal wieder in negative Schlagzeilen bringt und mit einem Problem konfrontiert, über das intern schon lange niemand mehr gesprochen hat. Mastiaux ist selber nicht betroffen, da noch zu neu bei EnBW. Aber der Hader mit den Verfolgungsbehörden lenkt von der eigentlichen Aufgabe ab. Eine neue Strategie für EnBW zu finden, jenseits des Atomstroms. Diese ist bisher noch nicht gefunden.

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