EnBW: Schwäbische Minusgeschäfte ohne Hoffnung

KommentarEnBW: Schwäbische Minusgeschäfte ohne Hoffnung

Bild vergrößern

Hans-Peter Villis, Vorstandschef von EnBW, muss einräumen, dass der Atomausstieg den Energiekonzern in große Schwierigkeiten gebracht hat.

von Andreas Wildhagen

Der baden-württembergische Stromversorger EnBW hält der Energiewende nicht stand.

Der noch bis Herbst amtierende EnBW-Chef Hans-Peter Villis musste heute tiefrote Zahlen einräumen: Ein Minus von 867 Millionen Euro fuhrt der Stromversorger mit seinen vier Atomkraftwerken im vergangenen Jahr ein. Das Dramatische an der Pressekonferenz heute morgen, Villis sieht keine Besserung: „Diese Situation wird sich auch in den kommenden Jahren nicht wesentlich bessern“, sagte der Manager, für den das seine letzte Bilanzpressekonferenz für die EnBW war.

Es wird sogar immer schlimmer, glaubt man den Worten von Villis. In den kommenden Jahren würden die Gewinne weiter sinken, in einem Umfang von 10 bis 20 Prozent. Kein Land in Sicht, heißt die Devise. Die Energiewende, der Ausstieg aus der Kernenergie in Schritten bis 2022 hat der EnBW mit ihrer hohen Atomlastigkeit fast schon die Lebensgrundlage entzogen.

Anzeige

Eine bittere Erkenntnis für EnBW

Bisher lebte EnBW zu 50 Prozent vom Umsatz von den vier Atomreaktoren im Ländle, zwei davon sind nun abgeschaltet. Mit dem Neubau von Gaskraftwerken klappt es auch nicht, weil die Gasbezugspreise aus Russland viel zu hoch sind. Einzig allein in Düsseldorf hat sich EnBW mit seiner Beteiligung, der Düsseldorfer Stadtwerke, erst vor kurzem zum Bau eines Gaskraftwerks entschieden. Doch diese wird wegen der Rohstoffunsicherheit wirtschaftlich auf unsicherem Grund stehen. Das ist eine bittere Erkenntnis vor allem für die Eigentümer von EnBW, je zu 46 Prozent die oberschwäbischen Kommunen und das grünrot regierte Land Baden-Württemberg.

Für den Nachfolger von Villis, der bis jetzt noch nicht feststeht, wird es ein steiniger Weg, EnBW aus der Dauerkrise, die für den Versorger im industrialisierten Süden Deutschlands eine unbewältigte Strukturkrise ist, heraus zu steuern. Insider vermuten, dass der Konzern unter diesen Bedingungen – Ablehnung von Windrädern in der Schwarzwald-Landschaft, hohe Kosten und der bisher nicht gesicherte Transportweg von Strom aus Offshore-Parks ins Ländle – in der bisherigen Form keine Zukunft mehr haben kann. Fällt EnBW auseinander?

weitere Links zum Artikel

Die EnBW-Manager suchen verstärkt nach Kooperationen mit Stadtwerken, wollen das Risiko verteilen und sind auf starke, kleinere Partner aus. Das kann zur Folge haben, dass die EnBW wieder in ihre Einzelteile zerbricht und als Stadtwerkevereinigung in Baden-Württemberg die lokale Versorgung in kleinen Einheiten sichert.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%