Energie: Das Netz wackelt

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Problematisch: Wegen der zur Zeit über das Land fegenden Winterstürme müssen viele Windräder abgeschaltet werden, zu stark sind die Kräfte, die auf ihre Propeller. Das abgeknickte Rotorblatt hat diese Windkraftanlage in Hänigsen bei Hannover dem Sturmtief "Ulli" zu verdanken.

von Andreas Wildhagen

Erst "Uli", jetzt "Andrea": Die Orkanböen in Deutschland rüttelt in diesem milden Winteranfang erstmals an der Versorgungssicherheit. Österreich hilft aus.


Eigentlich ist es ein Wetter, wie geschaffen für Befürworter eines Ausstiegs aus der Kernenergie: Es ist relativ mild, Heizungen fahren nicht auf Volllast und der zeitweilige Sturm müsste eigentlich genug Kraft in die Windräder in Deutschland pusten. Doch letztere sind gerade das Problem: Wegen der zur Zeit über das Land fegenden Winterstürme müssen viele Windräder abgeschaltet werden, sie vertragen die mächtigen Kräfte nicht, die auf ihre Propeller wirken.

Außerdem können die bisher noch unzureichenden Nord-Süd-Trassen der Stromleitungen die Windkraft nicht in den Süden leiten, dort wo der Strom für die Industrieproduktion gebraucht wird.

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Viel Windkraft aus den Anlagen an der Nordseeküste, zum Beispiel in Ostfriesland, wird deswegen zur Zeit nach Nordholland gedrückt. Aber im Süden reicht seit Dezember die deutsche Stromproduktion nicht aus, um die Versorgung sicher zu stellen.

Hilfe aus Österreich

Der Netzbetreiber Tennet, der betreibt die früher zu E.On gehörenden Trassen zwischen den Windkraftgebieten Schleswig-Holstein, Niedersachsen und den Verbrauchszentren in Süddeutschland, hat deswegen den staatlichen österreichischen Stromproduzenten Verbund gebeten, zusätzlichen Strom nach Bayern zu leiten.

Verbund hat deswegen das Ölheizwerk in Graz angeschmissen, das nun ziemlich CO-2-trächtigen Strom nach Baden-Württemberg und nach Bayern leitet. Bis zu 150 Megawatt wurden vorübergehend nach Deutschland geschickt, Strom der hierzulande zeitweise fehlte.

Ein Geben und Nehmen

Eine akute Angst vor Stromausfall begründet das bisher noch nicht. Denn Stromaustausch ist üblich zwischen den europäischen Ländern. So schickt Deutschland Strom nach Frankreich, im Sommer, wenn dort die Flüsse, wie zum Beispiel den französischen Lauf der Mosel, austrocknen. Dann können dort die Atomkraftwerke ihr Kühlwasser nicht mehr im ausreichenden Maß beziehen. Deutschland sprang bisher mit Atomstrom aus eigener Produktion ein.

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