Energie: E.Ons schwierige Ausflüge ins Ausland

Energie: E.Ons schwierige Ausflüge ins Ausland

, aktualisiert 13. August 2014, 13:57 Uhr
Keine guten Zahlen bei EonVideo abspielen
Keine guten Zahlen bei Eon
von Andreas Wildhagen

Der größte deutsche Energiekonzern hat wenig Glück mit seinen diversen Fluchtversuchen aus Deutschland: Die Krise in der Energiebranche hat E.On weiter fest im Griff.

Der Chef persönlich legt die Stirn in Falten. „Die Krise in der Ukraine verfolgen wir mit Sorge“. Doch gleichzeitiger Optimismus ist Pflicht bei E.On: „Wir gehen davon aus, dass wir weiterhin erfolgreich mit russischen Unternehmen zusammenarbeiten werden, sagt Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender von E.On anlässlich der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen.

Bei E.On läuft nicht alles rund. Aber zur Schwarzmalerei gibt es auch keinen Grund. Im Gegensatz zum Branchendritten EnBW schreibt E.On schwarze Zahlen. Und das ist in diesen Tagen ausgebremster Kohle- und Gaskraftwerke und Stilllegungsplänen schon fast eine Erfolgsmeldung. Der operative Gewinn schrumpfte um zwölf Prozent. Der für die Dividendenzahlung ausschlaggebende Gewinn („nachhaltiger Überschuss“) pendelte sich im ersten Halbjahr auf 1,5 Milliarden Euro ein. Soweit, so mittelprächtig.

Anzeige

Aber die Kernbotschaft von heute Morgen ist eine andere: Lautet bei der Gewinnentwicklung die Devise „Middle of the Road“, ist der Ausflug ins Auslandsgeschäft, weit weg von Deutschland und von der bei Konzernmenschen wie Teyssen ungeliebten Energiewende, bisher wenig erfolgreich. In Russland bereitet die Schwäche des Rubels Sorgen. Außerdem schweben über dem Kraftwerksgeschäft von E.On in Putins Reich immer noch mögliche Auswirkungen von Sanktionen, die von der EU und den USA vorangetrieben werden.

Schwache Währung belastet

In den weiteren Schwellenländern schreibt E.On einen Verlust in Höhe von 35 Millionen Euro. Dabei muss man die Märkte im Ausland, E.Ons einstige Hoffnungsträger, differenziert betrachten: In der Türkei wird durch die Wiederwahl Erdogans das türkische Oligarchen-System gestärkt. Die Familie Sabanci, ein Kooperationspartner von E.On in der Türkei im Energiegeschäft, kann die Vorgaben von Erdogan mit Hilfe von E.On nun quasi ungestört weiter verfolgen; nämlich die Türkei von einem Energie-Importland zu einem Energie-Exportland umzuwandeln. Davon wird E.On in Zukunft profitieren, sofern die Semi-Demokratie in der Türkei weiterhin Bestand hat, was nicht alle Beobachter erwarten. Aktuell belastet die Schwäche der türkischen Lira das Türkei-Geschäft von E.On empfindlich.

Weitere Artikel

Auf diesem Gebiet ist Teyssen nichts vorzuwerfen. Die Währungsschwächen in den Schwellenländern ist ein Problem, dass alle deutschen Unternehmen zur Zeit belastet. Für einen Fluchtversuch aus Deutschland allerdings taugt am wenigsten Teyssens Investitionsland Brasilien. Dort fiel er auf den deutsch-brasilianischen Geschäftspartner Eicke Batista herein, mit dem sich die Blütenträume von neuen Kraftwerken nicht realisieren lassen.

Batista geriet in finanzielle Schwierigkeiten und Brasilien wurde für E.On bisher zum Zuschussgeschäft. Das ist die Achillesferse von Teyssen, der die Beziehungen zum Tausendsassa Batista beim Einstieg ins Brasiliengeschäft sehr persönlich gestaltete. Damit band er auch die Verantwortung des Brasilien-Abenteuers an sich, allerdings nach dem alten Batista-Grundsatz: „Wer als Unternehmer nicht wagt, der kann auch nicht gewinnen“. Oder auch manchmal verlieren. Bisher blieb der Schaden im Gesamtbild überschaubar.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%