Energie: Einstieg von Solarworld bei Bosch Solar verzögert sich

Energie: Einstieg von Solarworld bei Bosch Solar verzögert sich

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Ein Schild weist auf ein Werk von Bosch Solar in Arnstadt (Thüringen) hin. Der Konzern Solarworld kauft Teile des Solargeschäfts von Bosch.

Erst erst war vom Februar, dann von Anfang März die rede - inzwischen ist klar, dass die offizielle Übernahme der Produktionsanlagen in Thüringen erst im März erfolgen kann. Woran das liegt.

Der Einstieg von Solarworld bei Bosch Solar in Arnstadt verzögert sich. Die offizielle Übernahme von großen Teilen der Produktionsanlagen der Bosch Solar Energy AG an dem Thüringer Standort werde voraussichtlich erst Mitte März erfolgen, sagte der Sprecher der Bonner Solarworld AG, Milan Nitzschke, auf Anfrage. Zunächst waren Februar und dann Anfang März für die Übernahme genannt worden. Grund für den Zeitaufschub seien noch laufende Fristen für die Mitarbeiter zum Wechsel von Bosch Solar zu Solarworld. Die Bonner wollen rund 800 der derzeit noch etwa 1400 Mitarbeiter von Bosch Solar in Arnstadt übernehmen.

„Ich gehe davon aus, dass diese Zahl erreicht wird“, sagte Nitzschke. Die Beschäftigen hätten die Möglichkeit, innerhalb einer First einer Übernahme durch Solarworld zu widersprechen. Bosch-Sprecher Christian Hoenicke zeigte sich optimistisch, dass die Übernahme großer Teile der Fabrikanlagen in Arnstadt durch Solarworld noch im März erfolgem werde. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagte er. Nach Angaben von Hoenicke ruht die Produktion von Solarzellen und -modulen bei Bosch Solar in Arnstadt seit Ende 2013. Die Mitarbeiter würden weiter bezahlt, seien aber freigestellt.

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Der Stuttgarter Bosch-Konzern hatte nach Milliardenverlusten vor einem Jahr den vollständigen Ausstieg aus dem Solargeschäft beschlossen. Die Übernahme war Ende November 2013 bekanntgegeben worden. Seitdem wird spekuliert, ob das Bonner Solarunternehmen auch Zusagen von Bosch für einen möglichen Verlustausgleich in der Startphase erhielt. Beide Unternehmen äußern sich nicht zu Vertragsdetails. Solarworld hatte Ende Februar die eigene Sanierung wie vorgesehen abgeschlossen.

Insgesamt steht es um die deutsche Solarbranche schlecht. „Wir rechnen 2014 mit einem weiteren Abbau von Arbeitsplätzen“, sagte der Branchenexperte Wolfgang Hummel, Direktor des Berliner Zentrums für Solarmarktforschung, erst Ende Februar der WirtschaftsWoche. „Dies gilt nicht nur für die ehemalige Bosch-Tochter Aleo Solar, sondern auch für Solarworld.“ Bei Aleo Solar fallen nach der Übernahme durch ein asiatisches Konsortium mehr als 500 der zuletzt 730 Stellen an den Standorten in Prenzlau und Oldenburg weg.

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Laut Hummel liegen die Gründe für die Jobverluste in der Solarbranche in den strukturell hohen Lohnkosten, hohen Energiepreisen und einem starren Arbeits- und Tarifrecht in Deutschland. „Ein erneuter Aufbau ist daher auch in Zukunft nicht mehr zu erwarten“, so Hummel.

Schon 2013 war die Beschäftigtenzahl der Branche in Deutschland gesunken. Ende 2013 arbeiteten nur noch 4719 Menschen in der Produktion von Zellen und Modulen. Im Jahresdurchschnitt waren es 5479. Mit dem erneuten Kahlschlag hat sich die Zahl der Industriebeschäftigten in der Solarproduktion binnen zwei Jahren halbiert. 2011 zählte der Zweig sogar knapp 11.900 Mitarbeiter.

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