Energie: Neue Speichertechnik für Ökostrom

Energie: Neue Speichertechnik für Ökostrom

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So kann überschüssiger Windstrom gespeichert werden

Ökostrom aus Sonne und Wind fließt nur sporadisch. Neue Speichertechniken sollen ihn kalkulierbar und damit wettbewerbsfähig machen.

Eigentlich könnten sich die Chefs der Energiekonzerne entspannt zurücklehnen: Die steigenden Strompreise spülen derzeit reichlich Geld in ihre Kassen. Selbst den Ausbau der Ökoenergien, die nach dem Willen der Bundesregierung bis 2020 ein Fünftel der Stromversorgung sicherstellen sollen, können die Stromriesen gut verkraften.

Dennoch sind sie beunruhigt. Je nach Wetterlage fließen bis zu 20.000 Megawatt Windstrom pro Stunde in ihre Netze – die Kapazität aller deutschen Kernkraftwerke. Während diese den Strom aber kontinuierlich einspeisen, schwankt das Angebot aus den Windmühlen trotz besserer Prognosen der Windverhältnisse enorm. Bei Flaute kann die Leistung binnen Minuten um die Hälfte absacken oder auf null sinken.

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Dann kommt Hektik auf bei den Energiedisponenten der Konzerne. Denn der fehlende Strom muss schleunigst ersetzt werden, etwa durch das Zuschalten von Pumpspeichern und Gaskraftwerken Der dort produzierte Strom ist allerdings extrem teuer. Daher arbeiten RWE, E.On und Co. an kostengünstigen Stromspeichern. „Wer sie erfindet, hat ausgesorgt“, sagt der Österreicher Hans Kronberger, Experte für erneuerbare Energien und bis 2004 Abgeordneter im Europaparlament.

Zwar existieren seit Jahrzehnten Techniken, die Strom speichern, „doch keine kann alles“, sagt Christian Dötsch, Leiter des Geschäftsfelds Energiesysteme am Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energiesysteme (Umsicht) in Oberhausen. Vor allem vergrößern sie noch den Abstand zu den Stromerzeugungskosten in konventionellen Kraftwerken.

Forschungsschwerpunkte der Fraunhofer-Institute sind zwei bisher noch nicht für größere Leistungen genutzte Technologien: Lithium- und Redox-Flow-Batterien, die Strom in großen Mengen über Stunden oder Tage speichern. Eigentliche Energiespeicher sind flüssige Elektrolyte, die in einfachen Tanks gelagert werden. Bläst kein Wind, werden sie in die Batterie zurückgepumpt und geben dort die gespeicherte Energie ab.

Auf diese Weise wird die Stromlücke überbrückt. Anders als herkömmliche Batterien sind Redox-Flow-Akkus im Vergleich zu Bleiakkus klein und preiswert. Erste Großanlagen laufen bereits in Japan, Australien, England und den USA. Das größte System dieser Art dient in einer japanischen Windkraftanlage als Strompuffer für bis zu zehn Stunden.

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