Energiekonzern: E.On macht drei Milliarden Euro Verlust

Energiekonzern: E.On macht drei Milliarden Euro Verlust

, aktualisiert 05. März 2015, 08:36 Uhr
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Der Energiekonzern E.On macht Riesenverluste

Im vergangenen Jahr kündigte E.On an, seine Atom-Sparte vom Konzern abzutrennen. Jetzt sorgt E.On wieder für eine Überraschung: Der Konzern habe im vergangenen Jahr den größten Verlust der Konzerngeschichte geschrieben.

Der Energiekonzern E.On hat einem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Jahr unter dem Strich einen Verlust von drei Milliarden Euro gemacht. Es sei der größte Verlust der Konzerngeschichte, meldet das "Handelsblatt" (Paywall) unter Berufung auf Konzernkreise vorab. Zudem ist es überhaupt erst das zweite Mal, dass das Unternehmen in die Verlustzone rutscht. 2011 machte E.On ein Minus von etwa 2,2 Milliarden Euro. 2013 erzielte der Konzern einen Überschuss von 2,1 Milliarden.

E.On wollte sich zu dem Bericht auf Anfrage nicht äußern. Der Konzern will am 11. März seine Bilanz vorlegen.

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Die künftige E.On-Struktur

  • Aufspaltung

    E.On will das Geschäft mit der Stromerzeugung aus Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken sowie der Energiehandel 2016 mehrheitlich an die eigenen Aktionäre verschenk und an die Börse bringen. Die übrigen Anteile will E.On danach in kleineren Schritten über die Börse verkaufen. Der verbleibende Konzern besteht dann eigenen Angaben zufolge mit insgesamt 40.000 Mitarbeitern und 33 Millionen Kunden aus den drei Säulen: Erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen.

    Quelle: Nachrichtenagentur Reuters (Stand: Dezember 2014)

  • Erneuerbare Energien

    Im Bereich Erneuerbare Energien steht E.On nach eigener Einschätzung weltweit auf Platz drei der Offshore-Windkraftbetreiber. In europäischen Gewässern betreibt E.On Anlagen mit einer Kapazität von 0,7 Gigawatt (GW). An Land betreibt der Versorger derzeit Windparks mit einer installierten Kapazität von 3,6 GW, davon 1,1 GW in Europa und 2,5 GW in den USA. Vorstandschef Johannes Teyssen kündigte an, im Zuge der Neuausrichtung das Solargeschäft auszubauen. Die Wasserkraftwerke sollen dagegen mit den Atom- und Kohlekraftwerken in die neue Gesellschaft ausgegliedert werden. 2013 setzte E.On im Bereich Erneuerbare Energien mit rund 1700 Mitarbeitern 2,436 Milliarden Euro um, das Ebitda belief sich auf 1,431 Milliarden Euro.

  • Energienetze

    E.On verfügt über mehr als eine Million Kilometer Stromnetze, davon 411.000 Kilometer in Deutschland, 136.000 in Schweden, 314.000 im übrigen Europa und 200.000 Kilometer in der Türkei. Neben Investitionen ins Netz plant Teyssen Zukäufe in ausgewählten Regionen.

  • Kundenlösungen

    Der Geschäftsbereich Kundenlösungen umfasst rund 33 Millionen Kunden, 7,7 Millionen in Großbritannien, 6,1 Millionen in Deutschland, 10,4 Millionen im übrigen Europa und neun Millionen in der Türkei. E.On will durch die Modernisierung seiner Netze den Kunden künftig neue Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Energieeffizienz und dezentrale Erzeugung liefern.

  • Neue Gesellschaft

    Bei den ausgegliederten Geschäftsteilen - Stromerzeugung aus Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken sowie der Energiehandel - werden künftig noch 20.000 Mitarbeiter beschäftigt sein. Das Ebitda auf Basis von 2013 beträgt gut vier Milliarden Euro.

Bereits nach neun Monaten hatte E.On einen Nettoverlust von 835 Millionen Euro eingefahren. Das Management rechne mit einem "erheblichen Konzernfehlbetrag" im Gesamtjahr, hieß es Ende November. Zu den bereits in den ersten neun Monaten ausgewiesenen Wertberichtigungen von 700 Millionen Euro kämen noch mal Abschreibungen von 4,5 Milliarden Euro.

Die Baustellen von E.On

Vor allem der Preisverfall beim Strom machte E.On zuletzt zu schaffen. Die großen Kraftwerke werden durch den Boom beim Ökstrom zunehmend unrentabel. Der Fall des Ölpreises setzt der Ölsparte des Energieversorgers zu. Zugleich gibt es auch innerhalb des Konzerns große Probleme: Die russische E.On-Tochter kämpft mit dem schwachen Rubel.

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E.On Energiewende Quelle: dpa/Montage

Die Milliarden-Investitionen in Brasilien haben sich als massiver Fehlschlag entpuppt: der Stromproduzent Eneva, bei dem E.On vor mehr als drei Jahren einstieg, beantragte im vergangenen Jahr gläubigerschutz. Sein Engagement in Spanien hat der Konzern bereits Ende vergangenen Jahres beendet.

Für 2016 plant E.on die Aufspaltung in einen Versorger mit Atom- und Kohlekraftwerken und einen anderen für das Ökostromgeschäft. Der radikale Wandel könnte zu spät kommen, befürchteten damals Experten in der WirtschaftsWoche.

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