Energiekonzern: RWE legt sich bei Dividenden nicht fest

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Energiekonzern: RWE legt sich bei Dividenden nicht fest

, aktualisiert 12. Dezember 2014, 18:25 Uhr
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Die Hauptzentrale des angeschlagenen Energiekonzern RWE.

RWE wird die Berechnungsgrundlage für seine Dividende verändern - die von den Städten erhoffte Garantie gibt es nicht. Mit der neuen Dividendenpolitik fiel der Aktienkurs in den Keller.

Der hoch verschuldete Energiekonzern RWE bereitet seine Anleger auf niedrigere Gewinnbeteiligungen vor. Konzernchef Peter Terium betonte am Freitag, dass die Dividende nachhaltig erwirtschaftet werden müsse. Die Berechnung werde ab dem Geschäftsjahr 2015 auf eine breitere Basis gestellt. Dabei werde auch die Verschuldung eine Rolle spielen. RWE steht mit 31 Milliarden Euro in der Kreide. Insbesondere die kommunalen Anteilseigner, darunter viele klamme Ruhrgebietsstädte wie Dortmund und Essen, sind auf satte Ausschüttungen angewiesen. Mit seiner neuen Dividendenpolitik schickte RWE die Aktien auf Talfahrt.

Am Markt war das Ergebnis der Aufsichtsratssitzung mit Spannung erwartet worden. Nachdem der Konkurrent E.ON seine Dividende für 2014 und 2015 auf jeweils 50 Cent von zuletzt 60 Cent senken will, waren von RWE klare Antworten erwartet worden. Doch für 2014 machte das Management keine Angaben zur Höhe der Gewinnbeteiligung. Auch für die Zeit danach wollte sich der Vorstand nicht auf eine Mindesthöhe festlegen. "Vorstand und Aufsichtsrat messen der Dividende auch künftig große Bedeutung bei", hieß es lediglich.

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Stromkonzerne Kommunen sitzen RWE im Nacken

Wettbewerber E.On hat vorgelegt und spaltet sich auf. RWE reagiert auf den veränderten Energiemarkt unter anderem mit einer neuen Dividenden-Politik.

Die Zentrale des Energiekonzerns RWE in Essen. Der Aufsichtsrat des Unternehmens berät heute über den künftigen Kurs. Quelle: dpa

RWE brechen wegen der Krise in der Stromerzeugung die Gewinne weg, für 2013 hatte der Konzern die Gewinnausschüttung auf einen Euro halbiert. Dies hatte die Kommunen schwer getroffen, die in den vergangenen Jahren ohnehin mit den Kursverlusten des RWE-Papiers zu kämpfen hatten und zum Teil hohe Abschreibungen auf ihre Pakete vornehmen mussten. Vom Verband der kommunalen RWE-Aktionäre (VKA) war am Freitag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

RWE-Finanzchef Bernhard Günther wollte sich in einer Telefonkonferenz nicht dazu äußern, ob es im Aufsichtsrat Widerspruch gegen die Pläne gab. "Der Aufsichtsrat musste dem formell nicht zustimmen. Der Vorstand beschließt und wir haben uns abgestimmt mit dem Aufsichtsrat." Es sei auch nicht so, dass die Aktionäre unter der neuen Regelung grundsätzlich mit einer niedrigeren Dividende rechnen müssten.

Die Ausschüttung werde sich ab dem Geschäftsjahr 2015 nicht mehr allein an dem nachhaltigen Nettoergebnis orientieren. Zuletzt hatte RWE 40 bis 50 Prozent dieses Ergebnisses gezahlt. Für das 2014 erwartete Ergebnis von 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro wäre rein rechnerisch eine Ausschüttung von 78 Cent bis 1,13 Euro möglich. So einfach soll die Berechnung aber nicht mehr sein. Vielmehr solle sie sich auch an den operativen Mittelzuflüssen, der Verschuldung und der Ertragslage orientieren. Das Management brauche mehr Spielraum.

Die Aktie baute nach der Mitteilung ihre Verluste aus und schloss mit 3,7 Prozent im Minus. "Der Hauptgrund für die Kursverluste ist die größere Unsicherheit", sagte ein Händler. "Unter dem Strich müssen sich Anleger aber wohl damit abfinden, dass die Zeiten hoher Renditen bei den Versorgern vorbei sind." In die Berechnung kämen jetzt zu viele Variablen rein, sagte ein weiterer Börsianer. "Das kann alles und nichts heißen. Da sind Dividendenkürzungen Tür und Tor geöffnet."

Deutsche Energieversorger im Vergleich

  • E.On

    Umsatz im Jahr 2013: 36,8 Milliarden Euro

    Kraftwerkskapazität im Jahr 2013: 18.518 Megawatt

    Stromabsatz im Jahr 2013: 704 Terawattstunden

    Anteil Erneuerbaren Energien: 11 Prozent

    Quelle: Statista, Unternehmen

  • RWE

    Umsatz im Jahr 2013: 28,1 Milliarden Euro

    Kraftwerkskapazität im Jahr 2013: 28.257 Megawatt

    Stromabsatz im Jahr 2013: 271 Terawattstunden

    Anteil Erneuerbaren Energien: 6 Prozent

    Quelle: Statista, Unternehmen

  • EnBW

    Umsatz im Jahr 2013:20,5 Milliarden Euro

    Kraftwerkskapazität im Jahr 2013: 13.802 Megawatt

    Stromabsatz im Jahr 2013: 128 Terawattstunden

    Anteil Erneuerbaren Energien: 13 Prozent

    Quelle: Statista, Unternehmen

  • Vattenfall

    Umsatz im Jahr 2013: 15,3 Milliarden Euro

    Kraftwerkskapazität im Jahr 2013: 18.352 Megawatt

    Stromabsatz im Jahr 2013: 86 Terawattstunden

    Anteil Erneuerbaren Energien: 23 Prozent

    Quelle: Statista, Unternehmen

RWE will seine Schuldenlast mit dem geplanten Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea an ein Konsortium um den russischen Oligarchen Michail Fridman drücken. Doch der fünf Milliarden Euro schwere Deal wackelt wegen Widerständen in Großbritannien. Womöglich muss das britische Geschäft abgespalten werden. Auch intern brodelt es. Das Management will betriebsbedingte Kündigungen künftig nicht mehr ausschließen, die Gewerkschaften wollen hingegen eine Verlängerung des Kündigungsschutzes in den am Dienstag beginnenden Tarifverhandlungen durchsetzen. RWE hatte in den vergangenen Jahren bereits tausende Stellen abgebaut. Der Konzern beschäftigt 60.000 Mitarbeiter.

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Schon in diesem Jahr hat RWE allerdings rund 3600 Vollzeitstellen abgebaut. Die Gewerkschaft ver.di fürchtet, dass das noch lange nicht alles ist. 

RWE hatte 2013 nach hohen Abschreibungen auf seine Kraftwerke einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro eingefahren. Dies war der höchste Verlust eines börsennotierten deutschen Versorgers überhaupt.

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