Energiekonzern: RWE verkauft das Tafelsilber

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Energiekonzern: RWE verkauft das Tafelsilber

von Andreas Wildhagen

Der Gewinn des Energiekonzerns RWE ist im ersten Quartal 2014 um ein Viertel eingebrochen. Konzernchef Peter Terium kratzt jeden Euro zusammen, um flüssig zu bleiben.

In der RWE-Zentrale in Essen kann man vorerst aufatmen: Zwar sieht die Zwischenbilanz des ersten Quartals nicht gut aus. Der Gewinn brach im Vergleich zum Vorjahresquartal um ein Viertel ein - auf nunmehr 995 Millionen Euro. Doch Konzernchef Peter Terium gelingt es trotz einer Schuldenlast von mehr als 31 Milliarden Euro, das Schiff über Wasser zu halten. Dazu tragen die Beteiligungsverkäufe bei, die Liquidität schaffen. Mit 3,9 Milliarden Euro ist diese recht gut. Aber sie zeigt auch: Der RWE-Vorstand kratzt jeden Euro zusammen, um flüssig zu bleiben.

Demnächst steht der Verkauf der Ölfördertochter Dea an, der noch von den Genehmigungsbehörden abgesegnet werden muss. Die Hamburger Dea soll an den russischen Investor Michail Fridman gehen. Auf einen Verkaufspreis von 5 Milliarden Euro hat man sich geeinigt.

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Terium braucht dieses Geld, um seine Verschuldung auf 26 Milliarden Euro zu senken. Aber es geht ihm auch eine wichtige Gewinnquelle im Konzern unwiederbringlich verloren. So ist es, wenn Tafelsilber verschwindet.

Das Kerngeschäft schwächelt, die Gaskraftwerke schreiben rote Zahlen, weil Ökostrom in die Netze drückt und die flexiblen Erdgasmeiler überflüssig macht. Der Stromabsatz geht zurück - das ist ein schlechtes Signal des Marktes an RWE. Aber das hat auch einen guten Effekt für den Finanzchef: Damit sinken die Kosten - und die sind zur Zeit Gift für RWE.

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Im Konzern gibt es momentan fieberhafte und zum Teil erfolgreiche Bemühungen, Neugeschäft an Land zu ziehen. Dezentrale Energien für mittelständische Betriebe etwa oder das Geschäft mit der Energieeffizienz-Beratung. Doch das sind noch kleine Pflänzchen.

Ansonsten ist RWE wie die anderen Versorger E.On und EnBW damit beschäftigt, mit großen, politischen Strukturlösungen zu jonglieren. Gleich zwei Stiftungsmodelle sind im Gespräch, eine Stiftung für unrentable Kohlekraftwerke und eine für die Folgekosten der stillgelegten Atommeiler. Und es wird an einem Kapazitätsmarktmodell gebastelt, das die Kosten für ausgebremste Kohlekraftwerke dem gemeinen Bürger aufbürdet.

All das zeigt: RWE-Chef Terium kämpft an vielen Fronten.

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