Energiemesse: Offshore-Branche macht Bundesregierung Druck

Energiemesse: Offshore-Branche macht Bundesregierung Druck

von Sabrina Keßler

Die Offshore-Branche pocht auf eine gesetzliche Regelung der Haftungsfrage für Hochsee-Windparks. Sollte die Regierung nicht bald handeln, könnten die energiepolitischen Ziele kippen.

Eine Woche vor Beginn der ersten Offshore-Windenergie-Messe in Deutschland, der "Windforce 2012", sendete die Windenergie-Agentur WAB klare Forderungen nach Berlin. "Die Bundesregierung müsse das Haftungsrisiko der Netzbetreiber lösen und einen Teil der Haftung übernehmen", forderte Geschäftsführer Ronny Meyer. Wenn ein Windpark durch Pannen am Netz nicht einspeisen könne, drohten den Netzbetreibern schnell hohe Entschädigungsforderungen.

Einzelunternehmer mit Haftung überfordert
Die Forderungen nach mehr Sicherheit sind nicht unbegründet. Der Netzbetreiber Tennet ist zuständig für die Anbindung der Offshore-Windparks, steckt aber momentan in finanziellen Schwierigkeiten. Sollten einzelne Leitungen nicht verfügbar sein, sei es nicht möglich, dass allein Tennet für den Schaden hafte. "Einzelne Unternehmen sind mit solch einem Risiko überfordert", sagte Meyer. "Ab einer bestimmten Schadenssumme muss deshalb die Bundesregierung das Risiko übernehmen." Darauf warte die Branche.

Sollte das Problem mit dem seeseitigen Netzanschluss nicht gelöst werden, könnten die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung schnell ins Schlingern geraten, so WAB. Dabei hat die Offshore-Branche bereits dreistellige Millionenbeträge in den Ausbau der Windenergie auf See investiert. Ohne garantierte Netzanbindung werden sich die Unternehmen aber künftig mit ihren Investitionen in Windparks zurückhalten. "Wenn nicht bald die Haftungsfrage geklärt wird, erwarten wir, dass nur die Hälfte der geplanten Anlagen gebaut werden", warnte Meyer.

Verband appelliert an Bundesregierung
Das Ziel, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis 2020 auf 35 Prozent zu steigern, würde damit aus Sicht von WAB in weite Ferne rücken. Denn das sollte vor allem mit Hochsee-Windparks geschehen. In acht Jahren sollen bereits 2.000 Anlagen in Nord- und Ostsee knapp 10.000 Megawatt liefern. Diese Menge reicht, um eine Großstadt wie Berlin mit Energie zu versorgen. Doch bisher sind erst 50 Anlagen gebaut.

"Die Bundesregierung muss das Thema ernst nehmen", betonte Meyer am Ende seiner Rede. Schließlich gehe es nicht nur um die Investitionen der Industrie, sondern auch um das Erreichen der klimapolitischen Ziele.

Der Netzanschluss wird auch kommende Woche Schwerpunktthema der Offshore-Messe in Bremen sein. Vom 26. bis 29. Juni präsentieren sich 268 internationale Aussteller vor knapp 800 erwarteten Teilnehmern aus der ganzen Welt. Neben der Netzproblematik geht es vor allem um Versicherung, Sicherheit und Logistik.

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