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Energiesparer: Leuchtdioden: Immer auf Draht

von Miriam Olbrisch

Sie verbrauchen extrem wenig Energie und passen selbst in Handydisplays: Leuchtdioden revolutionieren die Beleuchtungstechnik.

Strahlende Wunder
Strahlende Wunder

Die große Karriere begann ganz unscheinbar in den Sechzigerjahren: Als kleiner roter Leuchtpunkt am Fernseher. „An“ oder „Aus“ hieß die Botschaft der ersten Leuchtdioden, kurz: LED. Mehr war ihnen nicht zu entlocken. LED steht für „Licht emittierende Dioden“, elektronische Bausteine, die Strom nur in eine Richtung durchlassen und in die andere wie Isolatoren wirken. Heute, 40 Jahre später, kann sich der Technik kaum noch jemand entziehen – sie steckt in Lichterketten, in den Bremslichtern am Auto, im Handy, in Taschenlampen oder Ampelanlagen. Goodbye, Mr. Edison – die herkömmliche Glühbirne wird zum Auslaufmodell.

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Die strahlenden Halbleiter sind klein, robust und benötigen extrem wenig Energie. Eine handelsübliche Glühbirne gibt etwa 95 Prozent der verbrauchten Energie als Wärme ab, bei einer LED-Halbleiterdiode, die kaltes Licht abstrahlt, ist das Verhältnis umgekehrt. „Die LED wird den Lichtmarkt revolutionieren“, sagt Corry Müller-Theile, Marketing-Direktor bei Philips Lighting.

Dioden sparen nicht nur Energie, sie arbeiten auch schnell. Das nutzt die Autoindustrie bei Bremslichtern – die rote Diode leuchtet schon weniger als 0,015 Sekunden nach Auslösen des elektrischen Kontakts, eine Glühlampe braucht 14-mal so lang. „Es gibt eben keinen Wolframdraht mehr, der sich erst aufheizen muss“, sagt Christoph Schwenke, stellvertretender Betriebsleiter bei Zweibrüder Optoelectronics. Das Solinger Unternehmen mit 65 Mitarbeitern in Deutschland und 1000 in China ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei LED-Metalllampen.

Zahlreiche mittelständische Unternehmen tummeln sich auf dem deutschen LED-Markt. Die meisten sind wie Zweibrüder auf Nischenprodukte spezialisiert, etwa auf Kopflampen für Outdoor-Sportler oder Hintergrundbeleuchtung für Flachbildschirme. „Das macht den Markt hierzulande sehr unübersichtlich, es gibt kaum aussagekräftige Zahlen“, sagt Jürgen Waldorf, Geschäftsführer des Fachverbandes Elektroleuchten.

Eine breite LED-Produktpalette bieten europäische Branchenriesen wie Philips und die Siemens-Tochter Osram. Sie stehen in hartem Wettbewerb mit Konkurrenten aus Asien und den USA. Experten rechnen mit rasantem Wachstum: Der amerikanische Marktforscher iSuppli schätzt, dass die LED-Herstellung bis 2012 jährlich um durchschnittlich 14,6 Prozent auf insgesamt 12,3 Milliarden Dollar wächst.

Ob weihnachtlicher Lichterschmuck, Straßenbeleuchtung oder Wohnzimmerlampe: 2025 wird jede dritte Lichtquelle eine Leuchtdiode sein, prognostiziert der Verband der Elektrizitätswirtschaft.

Doch bis es soweit ist, haben die Ingenieure viel zu tun, noch strahlen LED nicht hell genug. „Um eine Glühbirne von 20 Watt zu ersetzen, braucht man einen ganzen Strauß kleiner Leuchtdioden“, sagt Verbandsmann Waldorf. „Das ist für den Hausgebrauch im Moment noch zu teuer.“

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.12.2008, 14:01 UhrAnonymer Benutzer: hannes

    Die Tiffanylampe ist doch sowieso sinnloser schrott

  • 17.12.2008, 18:10 UhrAnonymer Benutzer: Gerhard Ulrich

    ... und die Dunstabzugshaube, der Kronleuchter und die Tiffanylampe gehören in den Schrott, weil es ja dann keine Glühlampen dafür gibt - Danke!

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