Energieversorger: Große Resignation bei RWE

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Energieversorger: Große Resignation bei RWE

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Trend verschlafen? RWE schultert Milliardenverlust
von Andreas Wildhagen

RWE hat einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro eingefahren. Konzernchef Peter Terium ist in Katerstimmung. Er bescheinigt dem Versorger kein langes Durchhaltevermögen mehr.

Ist RWE am Ende? Der einst stolze Energieversorger in Essen hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust in Höhe von 2,8 Milliarden Euro eingefahren. Bei einem Schuldenstand von 31 Milliarden Euro hat der Vorstandsvorsitzende keine Lösung, wie er mit Management-Maßnahmen aus dem Tief wieder heraussteuern kann. Es gibt aber zwei neue Geschäftsfelder, die Terium beackern will.

Das Smart Grid, die Steuerung von Haushaltsgeräten über Fernbedienung über das Netz und zweitens den Ausbau der dezentralen Energien. Wie genau dieser Ausbau aussehen soll, sagt Terium nicht. Zur Zeit wollen alle Großkonzerne der Energiewirtschaft in diese Neugeschäftsfelder hineininvestieren. Diese Ideen sind also nicht neu, und auch  auf der RWE-Pressekonferenz heute in der Essener Philharmonie werden keine Vorstellungen von den Innovationskräften des Konzerns entfaltet. Es bleibt der Ruf nach dem Staat.

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Terium fordert wie die anderen Vorstandschefs der großen Versorger nach der Energiewende und dem politisch gewollten Ausstieg aus der Kernenergie bis 2018 die Bezahlung von stillstehenden Kohle- und Gaskraftwerken durch ein Umlagesystem, das staatlich angeschoben werden muss. Dieses Bezahlsystem nennt sich „Kapazitätsmarkt“ und bezahlt auch diejenigen konventionellen Kraftwerke (Öl, Gas, Kohle), die unwirtschaftlich herumstehen und nur wenige Stunden im Jahr laufen. Im Bundeswirtschaftsministerium werden dazu derzeit Pläne ausgearbeitet, aber in Kraft treten soll ein Kapazitätsmarkt-System erst in vier, fünf Jahren. Zu spät für eine Rettungsaktion für RWE: „Wir haben es mit einem Dilemma von Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu tun und das halten wir nicht mehr lange durch“.

In Essen nichts Neues

Die geringe Durchhaltekraft und damit die kaum ausreichende Innovationskraft von RWE hat ihre Gründe: Es liegt nicht nur an der Ideenlosigkeit von Energiemangern, sondern daran, das starke Kräfte zum Beispiel in den Smart-Grid-Markt streben, die den guten alten Versorgern mit den sicheren Gewinnen aus den Kernkraftwerken überlegen sind, an Findigkeit, Füllhorn und Fingerspitzengefühl für neue Märkte. Terium erwähnt selber das Google-Management, das vor sechs Wochen das start up Nest Lab für 3,2 Milliarden Dollar übernommen hat. Nest Lab ist ein Hersteller von intelligenten Produkten für den Haushalt wie Heizungsthermostaten und Rauchmeldern, die über das Stromnetz regelbar sind. Genau in diesen Markt will auch RWE einsteigen, doch fehlen einerseits die Mittel noch die Managementkapazität, um solche neuen Märkte in dieser Wucht zu erobern.

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Das Geschäft mit dezentralen Energien dagegen wird vom Ruf der Versorger nach staatlichem Beistand für die konventionellen Kraftwerke gleich mit kaputt gemacht. Denn aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums heißt es schon jetzt, dass die dezentralen Energien, die weitestgehend auf Nutzung des Netzes verzichten können, bald ebenfalls zur Kasse für die EEG-Umlage gebeten werden. Womit auch diese Innovation für die Versorger zum Nullsummenspiel wird.

In Essen nichts Neues. Außer Tränen nichts gewesen, könnte Teriums Vortrag überschrieben werden. „Wir feiern hier nicht“, sagt er mit Blick auf die Zahlen und in Richtung Berliner Politiker, die wissen sollen, was sie mit der Energiewende angerichtet haben.  Terium könnten bald Freudentränen weinen, wenn Bundeswirtschafts- und Energieminister Gabriel bekannt gibt, dass der Kapazitätsmarkt zur Bezahlung unwirtschaftlicher Kraftwerke demnächst installiert wird. Nicht nur im Wirtschaftsministerium, auch in den Verbänden und bei der Energieagentur Dena wird an solchen Kapazitätsmärkten in europäischer Dimension nachgedacht.

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