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Energieversorger: Pariser Indiskretion schüttelt EnBW durch

von Andreas Wildhagen

Das Land Baden-Württemberg will offenbar aus dem Energieunternehmen wieder aussteigen. Dem Stromkonzern drohen Abschreibungen in Milliardenhöhe. Schwere Zeiten für den designierten EnBW-Chef Frank Mastiaux.

EnBW Quelle: dpa
Ungemach droht dem schwäbisch-badischen Energieversorger EnBW. Das Land könnte sich wieder aus dem Unternehmen wieder zurückziehen Quelle: dpa

Aus Paris kommt ein Gerücht mit Seltenheitswert: Mitten in einer Epoche, in der deutsche Energieunternehmen wieder die schützende Hand des Staates suchen, weil sie die Energiewende nicht alleine bewältigen können, droht dem schwäbisch-badischen Energieversorger EnBW genau das Gegenteil: Das Land könnte sich wieder aus dem Unternehmen wieder zurückziehen.

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Arbeitsplatzabbau/bedrohte Arbeitsplätze

Zunächst hieß es, die Zahl der Mitarbeiter solle um 8000 sinken. 3000 davon sollten durch Verkäufe von Unternehmensteilen wegfallen. Jetzt legte der neue Chef Peter Terium nach - weitere 2400 Stellen werden gestrichen. Das sei unumgänglich, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Bild: dpa

Dieses hat die Vorgänger-Landesregierung im Dezember 2010 von dem damaligen Hauptaktionär, dem französischen Versorger EdF, für 4,7 Milliarden Euro übernommen, am Landtag vorbei. Bald darauf wurde der damalige Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) abgewählt, Winfried Kretschmann (Grüne) trat an seine Stelle. Dessen Finanzminister Nils Schmid (SPD) strengte ein Schiedsgerichtsverfahren in Paris gegen EdF an.

Politisches Sumpfgebiet

Angeblich, so sickert es aus einer unbekannten Quelle in Paris, die an das Ohr eines FAZ-Korrespondenten gelangt ist, könnte der Schiedsspruch dahingehend lauten, dass der Kauf entweder rückgängig gemacht werden könnte oder ein Teil der Kaufsumme an das Land von EdF zurücküberwiesen werden müsse, da EnBW möglicherweise überbewertet wurde. Die Rede ist von etwa zwei Milliarden Euro.

Das wird eine verborgene Kröte sein, die im politischen Sumpfgebiet rund um EnBW, auf den designierten EnBW Chef Frank Mastiaux als Nachfolger von Hans-Peter Villis wartet.

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