Energieversorger: Permanent-Fasten bei EnBW

KommentarEnergieversorger: Permanent-Fasten bei EnBW

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Der Vorsitzende des Energieversorgers EnBW, Frank Mastiaux, gestikuliert bei der die Bilanzpressekonferenz. Ein sinkender Stromabsatz und die Belastungen aus dem Atomausstieg haben dazu geführt, das trotz eines Umsatzwachstums der Gewinn um fast 60 Prozent einbrach.

von Andreas Wildhagen

Das Effizienzprogramm von Konzernchef Frank Mastiaux zeigt Wirkung: Der Gewinn bei EnBW schrumpft zwar, rote Zahlen konnten aber vermieden werden.

Gab es vor vier Tagen in Essen noch zerknirschte Gesichter beim Energieversorger RWE, der einen Milliardenverlust vermeldete, konnte im Süden die Bilanz eines Versorgers präsentiert werden, die glimpflich ausfiel. Beim baden-württembergischen Energiekonzern EnBW brach der Konzernüberschuss von 550 auf 120 Millionen Euro ein, das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) schrumpfte nur etwas, von 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2012 auf 1 Milliarde Euro in 2013. Für 2014 rechnet der Konzern mit demselben Niveau oder vielleicht fünf Prozent darunter. Ein blaues Auge war das im Schwabenland und in Baden, während der Patient RWE im Ruhrgebiet nach Luft rang und bedrohlich röchelte.

Grund dafür ist ein Effizienzprogramm, das EnBW-Chef Frank Mastiaux knallhart in der Sache, aber smart im Ton durchzog. EnBW sparte im vergangenen Jahr 624 Millionen Euro ein und das Abspeckprogramm geht weiter. Fastenzeit ist bei EnBW ein Dauerprogramm. Die hohen Effekte zeigen auch, wie verschwenderisch EnBW in der Vergangenheit war. Es gibt reichlich Luft, die aus diesem aufgeblähten Konzern herausgelassen werden kann.

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Und es geht noch weiter: Fragt sich doch, warum sich ein derart von der Energiewende betroffenes Unternehmen immer noch zwei Konzernsitze leistet, Stuttgart und Karlsruhe. EnBW-Manager touren mit teuren Mercedes-Dienstwagen durch ganz Deutschland. Auch diese Art von Standortsicherung für Baden-Württemberg kann sich EnBW nicht mehr leisten. Ein Ford-Focus täte es für manch einen auch, schließlich ist EnBW im Staatsbesitz.

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Die EnBW-Zahlen konnte Mastiaux mit seinem Sparprogramm retten, da ist er erfolgreicher als Peter Terium von RWE. Große Abenteuer in Schwellenländern erspart er EnBW auch. Die wiederum wagte der deutsche Branchenführer E.On, dessen Bilanzzahlen am Mittwoch kommender Woche in Düsseldorf präsentiert werden. Dort war der heutige EnBW-Chef vor ein paar Jahren noch verantwortlich für den Aufbruch von E.On zu neuen Ufern.

Solche Ausflüge in die angeblich so energiehungrigen und energiewendefreien Exoten, wie beispielsweise Brasilien, erspart der Wahlbadener Mastiaux seinem schwäbischen Unternehmen. Und das ist gut so. Aus dem hyperaktiven Vielprojektmensch Mastiaux, der er bei E.On noch war, ist bei EnBW ein strategischer Industriemanager mit ruhiger Hand geworden. Hektik können die Württemberger sowieso nicht vertragen. Und Mastiaux ist in der Liga der Vorstandschefs angekommen.

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