Energieversorgung: Alte Kohlekraftwerke sollen am Netz bleiben

Energieversorgung: Alte Kohlekraftwerke sollen am Netz bleiben

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Um eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten, fordern die Bundesnetzagentur und Vertreter der Energiebranche, alte Kohlekraftwerke länger am Netz zu halten.

von Konrad Daubek

Die Energiebranche warnt vor Engpässen bei der Stromversorgung. Um die zu vermeiden, sollen alte Kohlekraftwerke länger am Netz bleiben und Klimaschutzvorschriften gelockert werden.

Damit trotz Energiewende der Strom nicht knapp wird, sollen alte Kohlekraftwerke länger am Netz bleiben. Weil die Bundesregierung letztes Jahr acht der insgesamt 17 deutschen Atommeiler abschalten ließ, warnt die Energiebranche nun vor Versorgungsengpässen und fordert, alte Kohlekraftwerke länger am Netz zu lassen. Die Bundesnetzagentur befürchtet ein ähnliches Szenario. Sie schlägt vor, die Immissionsschutzrichtlinien für alte Kraftwerke zu lockern, um sie länger nutzen zu können. In einem kürzlich vorgelegten Bericht heißt es: „Die Kraftwerkssituation hat sich nachteilig entwickelt. Geplante Zubauten verzögern sich. Stilllegungen weiterer konventioneller Kraftwerke sind derzeit in Deutschland nicht vertretbar.“

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Aktuell stehen viele Kohlekraftwerke kurz vor der Abschaltung. Das liegt an den immer strengeren Immissionsschutzrichtlinien und dem Vorrang erneuerbarer Energien bei der Einspeisung ins Stromnetz. Dadurch lohnt sich der Betrieb alter Anlagen wegen zu geringer Auslastung in vielen Fällen nicht mehr. Hinzu kommen Auflagen für den Bau neuer Kraftwerke. Die Baugenehmigungen gibt es meist nur, wenn dafür ältere Anlagen abgeschaltet werden.

Klimaschützer unterstützen den Vorschlag

Nun warnen Experten zunehmend vor einer unsicheren Energieversorgung. Besonders in Bayern und Baden-Württemberg erwarten sie Versorgungsengpässe, sollte die Regierung nicht gegensteuern. „Der vergangene Winter hat gezeigt, dass die Erzeugungskapazitäten in einigen Regionen knapp sind“, sagte Hildegard Müller, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Deshalb könne man es sich nicht leisten, alte Anlagen ohne erneute Analyse stillzulegen. Laut Bundesnetzagentur wurde im letzten Winter dreimal auf die sogenannte Kaltreserve zurück gegriffen. So werden Kraftwerke bezeichnet, die seit der Abschaltung von acht Atommeilern im vergangenen Jahr im Stand-by-Modus betrieben werden.

Selbst Klimaschützer, die sich generell gegen den Weiterbetrieb fossiler Kraftwerke aussprechen, halten deren Weiterbetrieb unter den gegebenen Umständen für vertretbar. „Die Lage ist angespannt. Es ist daher sinnvoll, auch alte Kraftwerke am Netz zu halten“, heißt es beim Öko-Institut. Die Kohlekraftwerke müssten nur bei akuten Engpässen für Versorgungssicherheit sorgen und seien flexibel einsetzbar.

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