Energieversorgung: Bürger müssen hoffen und bangen

Energieversorgung: Bürger müssen hoffen und bangen

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Der Winter naht, und die Angst vor dem Black-Out durch überlastete Stromleitungen wächst

von Henning Krumrey

Die Bundesnetzagentur setzt mit einer Mischung aus Elektroschocks und Entspannung die Verbraucher unter Strom. Sie hat guten Grund dafür: Die Anzahl der Energieengpässe haben zugenommen; sie dauern immer länger.

Im Tagesrhythmus überrascht die Bonner Behörde die Stromkunden mit guten und beängstigenden Informationen. Gestern erst hatte Amtschef Jochen Homann den Bedarfsplan vorgestellt, nach dem in den nächsten zehn Jahren die Stromleitungen in Deutschland ausgebaut werden sollen. Heute nun folgte der Bericht zur Sicherheit der Stromversorgung, den die Staatsagentur gemeinsam mit dem Bundeskartellamt erstellt hat.

Zwar liefert der so genannte Monitoringbericht 2012 keine Vorhersage, dass und gegebenenfalls wann in diesem Winter die Lichter ausgehen, aber er berichtet vom heftigeren Flackern im vergangenen Winter. Gleich mehrfach gab es Versorgungsengpässe, insbesondere im Raum Hamburg und in Baden-Württemberg. Teilweise lag es an der Überlastung der vorhandenen Leitungen, teilweise fehlte Kraftwerkskapazität. Dass die Betreiber der Übertragungsnetze heute viel häufiger als zu Zeiten vor Energiewende und Atomausstieg in den Betrieb der Leitungen eingreifen müssen, um einen Black out zu verhindern, ist zwar nicht neu. Aber der aktuelle Bericht belegt, dass die Nöte der Ingenieure weiter drastisch zugenommen haben.

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Quelle: dpa

Kritische Phasen

So sei die absolute Zahl der kritischen Phasen „insgesamt stark angestiegen“, notierten die Beamten. Was die Gefährdung noch etwas deutlicher macht ist die regionale Ausweitung der Problemzonen: Die Engpässe sind längst nicht mehr auf einige wenige Schwachstellen begrenzt. Und sie dauern immer länger. In der Verbindungsleitung von Thüringen nach Bayern – wo die Netzbetreiber seit Jahren auf den Bau der „Thüringer Strombrücke“ warten – herrschte 2011 bereits in 1.727 Stunden der Ausnahmezustand. Das ist ziemlich genau ein Viertel des gesamten Jahres.

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