Energiewende: Dicke Luft trotz mehr Ökostrom

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Energiewende: Dicke Luft trotz mehr Ökostrom

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Global Tech I, einer der größten Offshore-Windparks Deutschlands, ist am Mittwoch offiziell in Betrieb genommen worden.

von Angela Hennersdorf

Die Eröffnung von Global Tech 1 zeigt, dass der Umstieg auf Wind- und Sonnenstrom vorangeht. Die Chancen auf einen gelungen Atomausstieg steigen, beweist eine exklusive Studie. Doch CO2-Emissionen verdunkeln die Bilanz der Energiewende.

Auf einer Fläche so groß wie Bremerhaven steht der Offshore-Windpark Global Tech I. Er liegt zirka 180 Kilometer vor Bremerhaven in nordwestlicher Richtung. Das ist so weit von der Nordseeküste entfernt, dass nicht einmal die Rotornaben der 80 Windturbinen, die sich in 92 Meter Höhe über dem Meeresspiegel befinden, von der Küste aus zu sehen sind. Die Rotorblätter haben einen Durchmesser von 116 Metern und bestreichen eine Fläche in etwa so groß wie anderthalb Fußballfelder. Sie erreichen eine maximale Geschwindigkeit von 320 Kilometer pro Stunde.

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Der Offshore-Windpark "Global Tech I"

  • Offshore-Energie im Aufwind

    Der Ausbau der Windenergie auf hoher See kommt voran. Seit Mittwoch ist der Nordsee-Offshore-Windpark Global Tech I in Betrieb. Auf der Nordsee zwischen der niederländischen bis zur dänischen Grenze drehten sich damit derzeit 608 Anlagen, wie die Bremerhavener Windenergie-Agentur (WAB) gezählt hat.

  • Ein Pionierprojekt

    Die Betreiber von Global Tech I bezeichneten das mehr als 140 Kilometer vor Emden liegende Kraftwerk aus 80 Windanlagen als „Pionierprojekt“. „So weit hat vor uns noch keiner vor der Küste gebaut“, sagte der technische Geschäftsführer Jan Podbielski. Die Fünf-Megawatt-Turbinen und die Umspannstation wurden auf einer 41 Quadratkilometer großen und bis zu 40 Meter tiefen Meeresfläche errichtet. Global Tech I kann bis zu 400 Megawatt Strom produzieren.

  • Investitionsvolumen 1,8 Milliarden Euro

    An dem Projekt mit einem Investitionsvolumen von 1,8 Milliarden Euro sind die Stadtwerke München, die Darmstädter Entega AG, die Schweizer Axpo International S.A. und sieben weitere Gesellschafter beteiligt.

  • Größer, höher, leistungsstärker

    An der Ostseeküste sind momentan 102 betriebsfertige Anlagen erfasst, ihr Output liegt bei 339 Megawatt. Bis zum Festland sind die Parks maximal 32 Kilometer entfernt, die größte Wassertiefe liegt bei 40 Metern. Nach Angaben der Agentur sind derzeit weitere 320 Anlagen mit einer Leistung von 1601 Megawatt in der Nordsee im Bau, in der Ostsee sind wird an 70 Anlagen mit 700 Megawatt Leistung gearbeitet.

Die Windkraftanlage, an dem maßgeblich die drei Energieversorger Stadtwerke München, der Ökostromanbieter Entega und das Schweizer Energieunternehmen Axpo beteiligt sind, ist am Mittwoch eröffnet worden. Die Anlage kann rein rechnerisch - also, wenn der Wind ordentlich weht oder die Anlage nicht still stehen muss, weil sie zu viel Windstrom produziert, der das Stromnetz überlasten würde -  445.000 Haushalte mit Ökostrom versorgen. Mit einer installierten Gesamtleistung von 400 Megawatt ist Global Tech I der größte Offshore Windpark, der in diesem Jahr in Deutschland ans Netz geht. 1,8 Milliarden Euro haben die Betreiber in die Anlage auf hoher See investiert.

Global Tech I ist in dieser Woche schon der zweite Offshore-Windpark, der in Deutschland in Betrieb geht. Am ersten September eröffnete vor der Nordseeinsel Borkum der Energieversorger Trianel aus Aachen den ersten Windpark auf hoher See in rein kommunaler Hand. Rund 33 Stadtwerke sind an dem Projekt in der Nordsee beteiligt. Der Trianel Windpark Borkum besteht aus rund 40 Windrädern mit einer Gesamtleistung von 200 Megawatt Strom. Eine zweite Ausbaustufe mit weiteren 20 Windanlagen sei vorgesehen, sagte Sven Becker, Sprecher der Trianel-Geschäftsführung bei der Eröffnung des Turbinenfelds. Den Bauabschluss erwartet Becker in 2016.

Energiewende Der erstaunliche Imagewandel der Offshore-Windenergie

Die Zahl der Windparks auf dem Meer könnte bis 2020 deutlich höher ausfallen als bislang geplant. Die beiden ersten Windparks in Nord- und Ostsee haben schon mehr Strom produziert, als Prognosen vorhergesagt hatten.

Ein Umspannwerk und Windräder stehen in der Nordsee rund 70 Kilometer westlich der Insel Sylt. Quelle: dpa

Viel Geld für Ausbau von Offshore-Windparks

Mit dem Bau des Windparks war schon 2011 begonnen worden. Probleme bei der Netzanbindung, um den erzeugten Windstrom auch ins Stromnetz speisen zu können, verzögerten das Projekt. Seit Mitte Juli ist der Windpark schon am Netz und läuft im Probebetrieb. Der Windpark kann über 800 Gigawattstunden Strom erzeugen und damit rund 200.000 Haushalte mit Strom versorgen. Rund eine Milliarde Euro stecken in der ersten Ausbaustufe des Trianel Windparks Borkum mit den 40 Windrädern. Für die zweite Ausbaustufe rechnet Trianel mit einem Investitionsvolumen von noch einmal 800 Millionen Euro.

Ein enormes Potenzial für Offshore-Windenergie gäbe es in Deutschland, sagte Michael Lewis, verantwortlich für das Geschäft mit erneuerbaren Energien beim Energieversorger E.On. Rund eine Milliarde Euro hat der Düsseldorfer Konzern derzeit in zwei Offshore-Windparks investiert. Weitere Investitionen in einen Windpark in der Ostsee sind geplant.

Windkraftwerke in der Nord- und Ostsee entwickeln sich zu einem wichtigen Baustein der Energiewende in Deutschland. Bis Mitte 2015 sind 422 neue Windkraftanlagen in Nord- und Ostsee mit einer Stromleistung von 1765 Megawatt ans Netz gegangen. Diese verteilen sich auf neun Windenergieprojekte auf hoher See. Weitere vier Offshore-Projekte sind geplant.

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