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Energiewende: E.On schreibt erstmals rote Zahlen

von ree, dapd und dpa

Die Energiewende hat ein tiefes Loch in die Bilanz des Energieriesen gerissen. 2,2 Milliarden Euro Miese musste E.On verbuchen.

Welche Versorger seit der Energiewende umdenken

Platz 10: Vattenfall

Die Studie der European School of Management (ESMT) analysiert, wie führende europäische Energiekonzerne mit den Herausforderungen der Energiewende umgehen. Der von der Bundesregierung beschlossene Atomausstieg setzt deutsche Unternehmen besonders unter Druck. Gleichwohl ist die gesamte Branche betroffen, denn - so das Ziel der EU - ganz Europa soll umsteigen auf eine nachhaltige, kohlendioxidarme Stromerzeugung. In der Studie wurden die Forschungsaktivitäten der Unternehmen, aber auch Produktivität und Nachhaltigkeit bewertet.

Auf Platz 10 im Innovationsindex schafft es der schwedische Konzern Vattenfall. Für Wachstum im Konzern soll zukünftig grüne Energie sorgen. Noch stützen sich die Aktivitäten in Deutschland aber stark auf den Braunkohletagebau. Das Bild zeigt einen Schaufelradbagger im südbrandenburgischen Welzow.

Bild: dpa

Rote Zahlen bei E.On: Erstmals in seiner Firmengeschichte hat Deutschlands größter Energieversorger ein Geschäftsjahr mit Verlust abgeschlossen. Erstmals verbuchte der Energieriese aus Düsseldorf einen Verlust für 2011 von 2,2 Milliarden Euro, nach einem Gewinn von 5,8 Milliarden im Vorjahr. Vor allem die Erlöseinbußen durch die Stilllegung von zwei Atomkraftwerken und die Brennelementesteuer sowie massive Abschreibungen auf Aktivitäten in Südeuropa und ein Ergebnisrückgang im Gashandel machen dem Konzern zu schaffen.

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Vorstandschef Johannes Teyssen sprach vom bisher „schwierigsten Jahr“ in der E.On-Geschichte. Er hatte bereits Ende vergangenen Jahres die herben Verluste angedeutet. Allein die sofortige Stilllegung deutscher Kernkraftwerke und die Kernbrennstoffsteuer belasteten das Ergebnis E.On zufolge mit 2,5 Milliarden Euro. Hinzu kamen rund eine Milliarde Euro geringere Erlöse im europäischen Kraftwerksgeschäft und ein Ergebnisrückgang im Gashandel um rund 700 Millionen Euro.

Immer noch Streit mit Gazprom

Die Konzerntochter Eon Ruhrgas steht seit längerem wegen langfristiger Lieferverträge unter Margendruck. So verzeichnete E.On 2011 im Gashandel operativ einen Ergebnisrückgang von 700 Millionen Euro. Eine Wende zeichnet sich unterdessen ab: Am Dienstagabend erzielte das Unternehmen mit Norwegen eine Einigung über die Lieferung von 25 Prozent des gesamten Gasbezugs zu Preisen auf Marktniveau. Keine Fortschritte über eine Anpassung der Preise bei den Lieferverträgen gibt es dagegen mit der russischen Gazprom, von der E.On 35 Prozent seiner gesamten Lieferungen erhält. Der Fall liegt derzeit vor dem Schiedsgericht.

Teyssen sieht Talsohle durchschritten

Konzernchef Johannes Teyssen geht davon aus, dass der Düsseldorfer Energieriese die Talsohle durchschritten hat. „Wir sind bei der Umsetzung unserer Strategie gut vorangekommen“, betonte er. Dabei zahle sich auch das frühzeitige Engagement des Unternehmens in erneuerbare Energien aus. In den kommenden fünf Jahren werde E.On eine Summe von 7 Milliarden Euro in diesen Bereich investieren, darunter eine Milliarde Euro in Deutschland.

Im vergangenen Jahr war der Konzernumsatz um 22 Prozent auf 113 Milliarden Euro gestiegen, bedingt durch einen regen Strom- und Gashandel. Werden die einmaligen Abschreibungseffekte aus dem Nettoergebnis herausgerechnet, ergibt sich nach Darstellung von E.On ein sogenannter nachhaltiger Konzernüberschuss von 2,5 Milliarden Euro, fast 50 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Das Engagement im russischen Kraftwerksgeschäft und in der Gasproduktion zeigten, dass der Konzern die richtigen Wachstumsfelder definiert habe. Auch der Aufbau von Geschäftsaktivitäten außerhalb Europas komme voran. „Der geplante Einstieg in den brasilianischen Kraftwerksmarkt wird ein erster wichtiger Schritt sein, dem zügig weitere folgen sollen“, sagte der Manager.

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