Energiewende: Ex-Wirtschaftsminister Müller: Stromkonzerne sind selbst schuld an ihrer Misere

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Atomkraftwerk Obrigheim. Die Betreiber von Kernkraftwerken hätten sich früh um den Aufbau regenerativer Energien kümmern können.

von Reinhold Böhmer und Roland Tichy

Ex-Bundeswirtschaftsminister Werner Müller wirft den Stromkonzernen vor, selbst an ihrem desolaten Zustand im Zuge der Energiewende schuld zu sein.

„Die Unternehmen hätten ja den Aufbau von regenerativen Energien frühzeitig selbst in die Hand nehmen können“, sagte Müller im Interview mit der WirtschaftsWoche. Er habe 2002 nicht nur die Laufzeit der Kernkraftwerke verkürzt, sondern auch für eine Änderung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) gesorgt. Müller: „Dadurch erhielten die Energieversorgungsunternehmen, insbesondere also die Betreiber von Kernkraftwerken, ausdrücklich das Recht, ebenfalls Ökostrom aus Sonnen- und Windkraft zu produzieren, ihn vorfahrtsberechtigt ins Netz einzuspeisen und dafür EEG-Umlage zu kassieren.“

Die Energieversorger hätten aber von der Möglichkeit, grüne Erzeugungskapazitäten aufzubauen, sehr wenig Gebrauch gemacht. Müller: „Stattdessen haben sie immer darauf spekuliert, wenn Rot-Grün mal nicht mehr die Bundesregierung stellt, dass der Vertrag aus meiner Zeit geändert und die Laufzeit der KKWs verlängert wird.“ Jetzt bekämen sie die Quittung dafür: „Heute leiden sie darunter, dass sie sich nicht schon damals ausreichend daran beteiligt haben“, sagte Müller dem Magazin.

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