Energiewende: RWE-Chef Peter Terium schaltet um

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Energiewende: RWE-Chef Peter Terium schaltet um

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Der neue Vorstandsvorsitzende des Energieversorgungskonzerns RWE AG, Peter Terium hält mehr von erneuerbaren Energien als sein Vorgänger

von Andreas Wildhagen

Der künftige RWE-Chef Peter Terium will alles anders machen als Vorgänger Großmann. Er will keine Atomkraftwerke mehr, dafür will er vor allem in Windparktechnologie investieren.

Am 1. Juli übernimmt der gelernte Buch-und Wirtschaftsprüfer Peter Terium das Ruder an der Spitze des Essener Versorgers RWE. Damit löst der Holländer Jürgen Großmann ab, der knapp fünf Jahre die Organistion kräftig durcheinandergewirbelt hat, die Politik durch seinen Pro-Atom-Kurs in allen Lagern, besonders im Bundeskanzleramt, verschreckte, aber auch Expansionsschritte wagte, wie die Übernahme des holländischen Kommunalversorgers Essent für sieben Milliarden Euro.

Diesen Deal in Mitteleuropa, auf den Konkurrent E.On neidisch sein konnte, hatte aber bereits ein anderer Holländer im RWE-Chefsessel, der frühere Shell-Vorstand Harry Roels vorbereitet. Großmann verwandelte das Tor, und Terium muss nun die Integration von Essent im RWE-Reich vorantreiben und beweisen, dass der Kaufpreis von sieben Milliarden nicht zu hoch war.

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Terium steuert einen völlig anderen Kurs als Großmann, auch wenn er verbal bemüht ist, die Gegensätze nicht allzu deutlich werden zu lassen. Terium will kein Atomkraftwerk mehr bauen, der Rückzug aus Großbritannien, wo ein Planverfahren zusammen mit E.On schon weit gediehen war, wurde auf Druck der nordrhein-westfälischen Kommunen, die 25 Prozent an RWE halten, schon vor Wochen rückgängig gemacht. Auch in Osteuropa will sich RWE an keinem Meiler mehr beteiligen, was schon vor Jahren abgeblasen wurde. Aber es so deutlich auszusprechen, wagte bisher niemand bei RWE.

Offensive im Offshore

Auch Gerüchte über den Import von russischem Strom, zu dem auch Atomstrom aus den nordrussischen Kernkraftwerken gehören würde, sind bei RWE als "geschäftsschädigend" zurückgewiesen worden. Man will einfach mit dem Atomthema nichts mehr zu tun haben. Dieses Thema hatte Großmann noch ganz nach oben gesetzt, auch in Zeitungsanzeigen gegen die Kanzlerin. Terium dagegen spricht sich expressiv verbis gegen jegliche Kernkraft aus. Das ist für ihn nun Teufelszeug.

Terium will als Motivierer im RWE-Konzern auftreten, das wollten nach dem eher introvertierten RWE-Chef Dietmar Kuhnt und dem zurückgezogenen Roels, alle Vorgesetzten bei RWE. Terium will nun vor allem mit Offshore in die Offensive gehen. Für ihn gehört der bislang zu langsam voranschreitende Ausbau der Offshore-Windparks vor der deutschen Küste zum Investitionsprogramm. So stellte Terium vor kurzem zwei Installationsschiffe vor, die künftig nördlich der Insel Helgoland den Windpark „Nordsee Ost“  errichten sollen.

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Für diesen Park müssen 48 Fundamente für die Windturbinen in den Meeresboden gerammt werden. Die Namen dieser Schiffe muten altertümlich an: "Friedrich Ernestine" und "Victoria Mathias", so hießen früher auch Bergwerke im Ruhrgebiet. Die Tradition unter Tage soll nach dem Willen der RWE-Manager auf hoher See fortgesetzt werden.

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