Eon: Aufseher kritisiert Energiepolitik der Bundesregierung

Eon: Aufseher kritisiert Energiepolitik der Bundesregierung

Die Energiepolitik der Bundespolitik sei existenzbedrohend und sprunghaft - mit diesen Worten kritisierte der Eon-Aufsichtsratschef die Große Koalition.

Eon-Aufsichtsratschef Werner Wenning hat die Energiepolitik der Bundesregierung scharf kritisiert und als „Murks“ bezeichnet. „Mir fällt kein Industriezweig ein, mit dem die Politik so umgesprungen ist“, sagte der Manager der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S.) „So sprunghaft, so existenzbedrohend.“ Mit der Energiewende weg von Atomkraft hin zu Erneuerbaren Energien ist aus seiner Sicht bisher keines der drei Ziele Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz erreicht worden.

Der Düsseldorfer Energieriese wird 2016 aufgespalten: Der Hauptkonzern Eon soll sich neben der abzuwickelnden Atomsparte auf die Zukunftsgeschäfte mit Alternativ-Energien konzentrieren, die immer weniger rentablen alten Kohle- und Gaskraftwerke kommen in die neue Gesellschaft Uniper.

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RWE und E.ON Energiekonzerne schlagen Enovos-Anteile los

Seit 2014 wollen sich die beiden Energiekonzerne RWE und E.ON von ihren Enovos-Anteilen trennen. Jetzt haben sie offenbar Käufer gefunden, um ihre klammen Kassen zu füllen.

ARCHIV - Strommasten mit Hochspannungsleitungen stehen am 01.06.2012 in Essen. Mit voller Wucht bekamen Eon und RWE vor einem Jahr die Auswirkungen der Energiewende zu spüren. Mit Sparprogrammen und Konzernumbau halten sie dagegen. Ein Jahr später ist das tiefe Loch überwunden, aber eine Menge Arbeit ist noch zu tun. Foto: Caroline Seidel dpa/lnw (zu dpa-Korr:«Licht bei Eon - Schatten bei RWE» vom 10.08.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Wenning, der in mehreren Kontrollgremien von Dax-Konzernen sitzt, forderte die Politik auf, das ungelöste Thema der Endlagerung von Atommüll anzugehen. „Gorleben hatte vor vier Jahrzehnten seinen Start, ohne dass bis zum heutigen Tag ein Endlager genehmigt ist“, sagte er der Zeitung. Die Atomenergie sei von Anfang an auch ein politisches Projekt gewesen. „Kein Unternehmen vermag Risiken zu schultern, die vielleicht in 100 oder 150 Jahren eintreten.“

Ein geplantes Gesetz soll verhindern, dass sich die Atomkonzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall durch Abspaltung ihrer Kernkrafttöchter vor der milliardenschweren Haftung beim Abriss der Meiler und der Endlagerung des Atommülls drücken können. Eine Verabschiedung des Gesetzes noch vor 2016 - wie von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mehrfach angemahnt - scheiterte jedoch.

Neben einer für sie erträglichen Lösung bei der Finanzierung des Atomausstiegs hoffen die Energiekonzerne auch auf langfristige Hilfen für ihre Kohle- und Gaskraftwerke.

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