Eon-Aufspaltung: Riesenumzug in nur einer Woche

Eon-Aufspaltung: Riesenumzug in nur einer Woche

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Der Umzug des Eon-Mutterkonzerns von Düsseldorf nach Essen soll noch vor Weihnachten über die Bühne gehen.

Deutschlands größter Energiekonzern zieht um. Die Zentrale des Mutterkonzerns wechselt nach Essen, Tausende Mitarbeiter müssen ihre Sachen packen. Die Großaktion soll noch vor Weihnachten über die Bühne gehen.

Der Umzug des Eon-Mutterkonzerns von Düsseldorf nach Essen soll noch vor Weihnachten über die Bühne gehen. Am 18. Dezember würden die ersten Büros leergeräumt. In knapp einer Woche bis zum 23. Dezember sollten alle Mitarbeiter in ihren neuen Büros arbeitsfähig sein, sagte ein Eon-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Aufteilung des Energiekonzerns sei die wohl größte Aufspaltung der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

Die künftige E.On-Struktur

  • Aufspaltung

    E.On will das Geschäft mit der Stromerzeugung aus Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken sowie der Energiehandel 2016 mehrheitlich an die eigenen Aktionäre verschenk und an die Börse bringen. Die übrigen Anteile will E.On danach in kleineren Schritten über die Börse verkaufen. Der verbleibende Konzern besteht dann eigenen Angaben zufolge mit insgesamt 40.000 Mitarbeitern und 33 Millionen Kunden aus den drei Säulen: Erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen.

    Quelle: Nachrichtenagentur Reuters (Stand: Dezember 2014)

  • Erneuerbare Energien

    Im Bereich Erneuerbare Energien steht E.On nach eigener Einschätzung weltweit auf Platz drei der Offshore-Windkraftbetreiber. In europäischen Gewässern betreibt E.On Anlagen mit einer Kapazität von 0,7 Gigawatt (GW). An Land betreibt der Versorger derzeit Windparks mit einer installierten Kapazität von 3,6 GW, davon 1,1 GW in Europa und 2,5 GW in den USA. Vorstandschef Johannes Teyssen kündigte an, im Zuge der Neuausrichtung das Solargeschäft auszubauen. Die Wasserkraftwerke sollen dagegen mit den Atom- und Kohlekraftwerken in die neue Gesellschaft ausgegliedert werden. 2013 setzte E.On im Bereich Erneuerbare Energien mit rund 1700 Mitarbeitern 2,436 Milliarden Euro um, das Ebitda belief sich auf 1,431 Milliarden Euro.

  • Energienetze

    E.On verfügt über mehr als eine Million Kilometer Stromnetze, davon 411.000 Kilometer in Deutschland, 136.000 in Schweden, 314.000 im übrigen Europa und 200.000 Kilometer in der Türkei. Neben Investitionen ins Netz plant Teyssen Zukäufe in ausgewählten Regionen.

  • Kundenlösungen

    Der Geschäftsbereich Kundenlösungen umfasst rund 33 Millionen Kunden, 7,7 Millionen in Großbritannien, 6,1 Millionen in Deutschland, 10,4 Millionen im übrigen Europa und neun Millionen in der Türkei. E.On will durch die Modernisierung seiner Netze den Kunden künftig neue Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Energieeffizienz und dezentrale Erzeugung liefern.

  • Neue Gesellschaft

    Bei den ausgegliederten Geschäftsteilen - Stromerzeugung aus Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken sowie der Energiehandel - werden künftig noch 20.000 Mitarbeiter beschäftigt sein. Das Ebitda auf Basis von 2013 beträgt gut vier Milliarden Euro.

Eon-Chef Johannes Teyssen will mit der Aufteilung des Unternehmens in „alte“ und „neue“ Energie die Potenziale beider Bereiche besser ausschöpfen. Eon beschäftigt weltweit fast 57 000 Mitarbeiter. In Essen besitzt der Konzern ein modernes, nur wenige Jahre altes Bürogebäude mit rund 2000 Arbeitsplätzen.

In dieses Gebäude in Essen zieht die Zentrale des Eon-Mutterkonzerns. Der Konzern will sich künftig auf Erneuerbare Energien und den Vertrieb konzentrieren. Weltweit werden dort mehr als 40 000 Menschen arbeiten. Die Kraftwerkssparte bleibt zusammen mit dem Handel unter dem neuen Namen Uniper in Düsseldorf. Insgesamt beschäftigt die Abspaltung rund 14 000 Menschen. Uniper wird ein eigenständiges Unternehmen und soll im Herbst 2016 auch an der Börse notiert werden. Eon-Aktionäre bekommen dann für ihre Portfolios neue Eon- und Uniper-Aktien.

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Den Aufspaltungsplan hatte der Konzern rund ein Jahr unter strikter Geheimhaltung vorbereitet. Am 30. November 2014 stimmte der Aufsichtsrat zu, einen Tag später präsentierte das Unternehmen die Pläne. Die Börse reagierte freundlich. In jüngster Zeit gab es aber auch vermehrt kritische Stimmen dazu, ob eine neue Organisation dem lahmenden Kraftwerksgeschäft wirklich neue Impulse verleihen kann. Die Kosten der Aufspaltung liegen nach Schätzungen aus Branchenkreisen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

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