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Erneuerbare Energien: Grüner Strom an der Flussmündung

von katharina.sekareva@wiwo.de

Kraftwerke an Flussmündungen erzeugen Strom mithilfe der Osmose. Sie könnten grünen Strom zuverlässig machen.

Osmose: Zuverlässige Form der Energiegewinnung Quelle: Illustration: Roland Warzecha
Osmose: Zuverlässige Form der Energiegewinnung Quelle: Illustration: Roland Warzecha

Windkraft, Sonnenstrom und Wellenbewegungen werden bereits zur Stromerzeugung genutzt. Doch sie alle stehen überall vor dem gleichen Problem: Die alternativen Energiequellen sind notorisch unzuverlässig. Nachts und bei Windstille herrscht schnell auch Flaute im Netz. Forscher glauben nun, eine Lösung gefunden zu haben: Sie sehen enormes Potenzial für eine verlässliche Energiegewinnung überall dort, wo Süß- und Salzwasser aufeinandertreffen. Wo Flüsse ins Meer münden.

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Die Energieversorger wollen erstmals ein Phänomen zur Energiegewinnung nutzen, das jeder aus dem Biologieunterricht kennt: die Osmose. Biologen verstehen darunter den Mechanismus, mit dem Zellen über die Zellmembran, die sie umhüllt, Wasser aufnehmen.

Diese Membran ist nur für Wasser durchlässig, nicht aber für Salze. Sobald auf einer der Seiten der Membran eine höhere Salzkonzentration – üblicherweise im Zellinneren – besteht, strömt so lange Süßwasser durch die Membran in die salzigere Lösung, bis auf beiden Seiten der gleiche Salzgehalt herrscht. Auf diese Weise nehmen nicht nur Pflanzen Wasser auf, auch im menschlichen Körper schützen sich Zellen so vor dem Vertrocknen.

Regelmäßige Stromlieferung durch Osmose

Diesen Vorgang des Wasseraustausches sollen nun auch die sogenannten Osmosekraftwerke nutzen: Sie bestehen aus einem Behälter, der durch eine Membran in zwei Hälften getrennt wird. Eine Kammer ist mit Salz-, die andere mit Süßwasser gefüllt. Auch hier strömt das Süßwasser zum Konzentrationsausgleich auf die Salzwasserseite. „Die Wassermenge in dieser Kammer steigt und baut osmotischen Druck auf“, sagt Anja Car vom GKSS-Forschungszentrum bei Hamburg, die an solchen Membranen arbeitet. Leitet man das Wasser aus der Kammer mit dem steigenden Pegel durch eine Turbine, wird diese von dem abfließenden Wasser angetrieben und produziert Strom.

Das erste Osmosekraftwerk ging gerade in Oslofjord, südlich der norwegischen Hauptstadt Oslo ans Netz. Der Energieversorger Statkraft betreibt die Anlage in einem Backsteingebäude, das wie eine Lagerhalle aussieht. „Nach unseren Schätzungen könnte die Osmose weltweit bis zu 1700 Terawattstunden Strom pro Jahr produzieren“, sagt Statkraft-Chef Bard Mikkelsen. So viel Strom, wie in der EU in sechs Monaten erzeugt wird.

Pilotversuch mit Kaffeemaschine

Osmosekraftwerke liefern rund um die Uhr Energie. Massenhaft eingesetzt würden sie regenerative Energiequellen zuverlässig machen. So weit ist es noch nicht. Die Pilotanlage wird nur zwei bis vier Kilowatt Strom erzeugen. „Das reicht gerade mal, um eine Kaffeemaschine zu betreiben“, räumt Mikkelsen ein. Doch schon 2015 soll die erste Großanlage starten. Und schließlich haben viele technische Revolutionen klein angefangen.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 06.01.2010, 21:27 UhrAnonymer Benutzer: Dipl Ing Theobald

    Die Autorin versteht offenbar worüber sie schreibt - leider sehr selten! Nun zum Thema:

    Strompreis-Verdopplung durch unsachgemäße EE

    Was wir brauchen ist endlich eine p r i o r i t ä t e n g e r e c h t e Energiepolitik, wie es baden Würtemberg jetzt vormacht.

    Hier die deutschen Energiefakten: Wärme 60%, Verkehr 22%, Strom 18%. Jedem ist doch sofort klar: bei Wärme läßt sich mit den geringsten Kosten am meisten einsparen.

    Darum "bravo" für die schwäbische Entscheidung, endlich bei Wärme mobil zu machen. Zudem fällt dabei dank KWK Strom als „Nebenprodukt“ mit an. Und in der Energie-Region Güssing/Ö. kann man sich anschauen, wie dank Synergie auch noch brennstoff für den Verkehr erzeugt wird. Stichwort „Energie-autarke Region“ !

    Die berliner Politik hingegen verschwendet entgegen den Prioritäten "unser Geld via Strom-rechnung" an der völlig falschen Stelle und zudem mit den falschen Lösungen: bei PV und WiND. Nötig ist jetzt nach Faktenlage: Ausbau-Stopp für die Geldverschwender PV (6GW) und WiND (25GW), genau wie beim Sicherheitsrisiko ATOM (21GW) ! Deutschland reitet bei Erneuerbaren das falsche (Stecken)Pferd! PV ist, ebenso wie WiND, keine Zukunftstechnologie, macht uns nicht zum Technologieführer u. bringt auf Dauer keine Arbeitsplätze sondern verdoppelt den Strompreis! (Wissensch. Studie Dr. Kruck, Uni Stgt.) WiND und PV sind p a r a s i t ä r e Erneuerbare Energien (PEE), da sie alleine keine stabile Versorgung ermöglichen, sondern den Parallelbetrieb von i.d.R. hochreagiblen GAS-Kraftwerken erzwingen. beweis: Röttgen/bMU plant mit der WiND-Verdopplung bis 2020 auch die GAS-Verdopplung. Wo bleibt die offiziell propagierte "Energie-Unabhängigkeit"?
    ich sehe nur ein Plus für die GAS-Verkäufer Schröder (GAZPROM) / Fischer (NAbUCCO). Haben diese mit ihrer EEG-Novelle 1998 das ganze vorausschauend eingefädelt ? (wird fortgesetzt)
    Dipl.-ing. Ernst Theobald
    sekuria@t-online.de
    Tel. 06167 912162

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