Erneuerbare Energien: Licht für die entlegensten Hütten

Erneuerbare Energien: Licht für die entlegensten Hütten

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Photovoltaik-Kraftwerks in Lieberose, Südbrandenburg

Green Tech hilft beim Klimaschutz sowie im Kampf gegen Armut – und nutzt deutschen Exporten.

Solarstrom aus der Sahara – das ist keine Fata Morgana. Schließlich ist nicht erst seit Unterzeichnung der Desertec-Initiative bekannt, dass in Afrika die Sonne scheint – und dass diese sich auch für Energieerzeugung nutzen lässt. Während das Megaprojekt von Münchener Rück, Deutscher Bank und Co. noch Zukunftsmusik ist, setzen zahlreiche Projekte der Entwicklungshilfe bereits seit Jahren auf grüne Technologien. Inzwischen sorgen Tausende kleiner „Solar Home Systems“ in der entlegensten Hütte für Licht, Biogasanlagen und effiziente Kochherde bringen dort eine warme Mahlzeit auf den Tisch.

Staatliche Hilfsprojekte erwecken zwar nicht ansatzweise die Aufmerksamkeit, in der sich das privatwirtschaftliche Wüstenstrom-Wunder gerade sonnt. Doch ihr Erfolg spricht für sich: Deutschland ist auch im Ausland Vorreiter in Sachen Klimaschutz, Umwelttechnik made in Germany verkauft sich ausgezeichnet – von Windrädern auf den Galapagosinseln bis hin zu Wasserkraft im Himalaya.

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KfW ist weltweit Spitzenreiter bei Projektfinanzierung

Die KfW Entwicklungsbank gilt weltweit als Spitzenreiter bei der Projektfinanzierung in der Dritten Welt – und zwar noch vor der Weltbank, schreibt das Renewable Energy Policy Network for the 21st century (Ren21) in seinem globalen Statusbericht. Die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) zeigt Partnerländern die Effekte der Einspeiseverordnung, die Ausbilder der Gesellschaft für internationale Weiterbildung und Entwicklung (Inwent) bringen Bürgermeistern vor Ort die Vorzüge lokaler Nachhaltigkeitspflege bei.

„Erneuerbare Energien sind ein Schub für die Entwicklungshilfe“, sagt Franz Marré vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ). Mit 160 Millionen Euro fördert Deutschland in diesem Jahr alternative Quellen allein in Afrika südlich der Sahel-Zone. Zum Vergleich: 700 Millionen Euro waren es bisher insgesamt für 40 Projekte auf dem ganzen Kontinent.

Unterstützung gefordert

Diese Investitionen sind auch nötig, will die internationale Gemeinschaft ihre ambitionierten Klimaziele einhalten. Bei ihrem Treffen im italienischen L’Aquila hatten sich die Industrie- und Schwellenländer darauf geeinigt, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad Celsius zu begrenzen. Dafür muss Wissenschaftlern zufolge der globale CO2-Ausstoß bis 2020 sein Maximum erreichen und bis 2050 im Vergleich zu 1990 halbiert werden. Die Industrienationen werden ihre Emissionen deshalb um mindestens 80 Prozent kürzen müssen.

Die Schwellenländer wollen aber nur dann konkrete Reduktionsziele setzen, wenn die Industriestaaten sie unterstützen. Wie viel der reiche Norden dem armen Süden zahlt, ist einer der umstrittensten Punkte in den laufenden Verhandlungen im Vorfeld der Klimakonferenz, die am Ende des Jahres in Kopenhagen stattfindet.

Einen möglichen Weg aus der Sackgasse bietet nun der Vorschlag der Europäischen Kommission. Die EU-Mitglieder sollen bis zu 15 Milliarden Euro jährlich zahlen, heißt es in dem Entwurf. Die Kommission schätzt, dass der Finanzbedarf der Dritten Welt insgesamt bis 2020 auf gut 100 Milliarden Euro jährlich steigen wird. 38 Milliarden Euro könnten von der Industrie kommen. Weitere 50 Milliarden Euro soll die Staatengemeinschaft beitragen – je nach Zahlungsfähigkeit und CO2-Ausstoß auch die Schwellenländer selbst. „Da entstehen große Absatzmärkte“, sagt FDP-Experte Hellmut Königshaus. Für Exportweltmeister Deutschland biete der weltweite Run auf Green Tech eine große Chance.

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