Erneuerbare Energien: Satte Aufträge für angeschlagene Solarindustrie

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Erneuerbare Energien: Satte Aufträge für angeschlagene Solarindustrie

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Comeback der Solarbranche? - Nachdem in den vergangenen Monaten immer mehr Solarunternehmen Insolvenz beantragen mussten, häufen sich nun die positive Nachrichten. Doch wie lange hält der Boom diesmal an?

von Mario Brück

In den vergangenen Wochen häufen sich positive Meldungen rund um einige insolvente oder schwächelnde deutsche Solarunternehmen. Ist das Schlimmste überstanden?

Beim Solarzellen- und Modulhersteller Q-Cells aus dem ostdeutschen Bitterfeld läuft es in der Insolvenz offenbar überraschend gut. Woche für Woche meldet der einstige Branchenprimus neue Großaufträge: Anfang Mai wurde zunächst ein 28 Megawatt großes Solarkraftwerk auf einem ehemaligen Tagebau- und Abraumgelände in Amsdorf in Sachsen-Anhalt mit einem Investitionsvolumen von knapp 50 Millionen Euro ans Netz gebracht. Während der Bauphase, bei der 122.000 Solarmodule von Q-Cells installiert wurden, hatte Q-Cells Insolvenz angemeldet.

Wenige Tage später flatterte ein 7-Megawatt-Auftrag des schwedischen Möbelriesen Ikea ins Haus. Demnach soll das Dach eines Ikea-Möbelhauses in der norditalienischen Stadt Piacenza mit CIGS-Dünnschichtmodulen von Q-Cells ausgerüstet werden.

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Hat sich die Solarindustrie erholt?
Und vor zwei Wochen erhielt Q-Cells noch Aufträge aus Bulgarien für zwei Solarkraftwerke über insgesamt 16 Megawatt mit einem Umsatzvolumen in Höhe von rund 15 Millionen Euro. Kein Wunder also, dass bei Q-Cells schon seit Wochen wieder auf Volldampf im Dreischichtbetrieb gearbeitet wird. Nach der Beantragung der Insolvenz beim Dessauer Amtsgericht Anfang April war die Produktion vorübergehend zum Erliegen gekommen.

Einen noch dickeren Fisch zog das angeschlagene Hamburger Solarunternehmen Conergy an Land: Der Solarkonzern baut den bislang größten Solarpark in Pakistan mit einer Leistung von 50 Megawatt und 210.000 Modulen. Auch die Gestelle für die Module - insgesamt rund 210 Kilometer - sowie die Zentralwechselrichter wurden bei Conergy geordert. Vom Auftragswert in Höhe von 136 bis 152 Millionen Euro entfällt etwa die Hälfte auf Conergy. Das wären rund 70 Millionen Euro und ein Zehntel der Vorjahresumsätze.


Positive Nachrichten kommen auch vom Modulproduzenten Solon: Der erste große Auftrag für die Berliner, die nach der Insolvenz im Dezember vergangenen Jahres im März vom indisch-arabischen Wettbewerber Microsol übernommen worden waren, kommt aus Israel. Solon soll dort zwei Solarkraftwerke mit einer Kapazität von fünf beziehungsweise drei Megawatt für die israelische Enlight Renewables mit ihren Modulen bestücken. „Mit unserem Markteintritt in Israel unterstreichen wir die Strategie, unser Geschäft auf den Nahen und Mittleren Osten auszuweiten“, sagt Stefan Säuberlich, Geschäftsführer von Solon Energy. Das Projekt verspreche laut Säuberlich Folgeaufträge und zeige, dass sich die Region zu einem wichtigen Markt für Fotovoltaik entwickelt. „Hier können wir unsere jahrelange Erfahrung im Kraftwerksgeschäft hervorragend einsetzen.“

Keine Frage: Eine Insolvenz kann befreiend wirken. Solon jedenfalls konnte Ballast abwerfen und sich komplett neu aufstellen und durchstarten – ohne irgendwelche Altlasten wie hohe Verschuldung, langfristige und nachteilige Lieferverträge.

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