Erneuerbare Energien: Welche Firmen in der grünen Falle stecken

Erneuerbare Energien: Welche Firmen in der grünen Falle stecken

von Mario Brück und Lothar Schnitzler

Nicht nur Bosch erwirtschaftet mit grünen Sparten tiefrote Zahlen.

Im Dezember 2011 war die Welt bei Schüco in Bielefeld noch in Ordnung. Die Mitarbeiter des Herstellers von Fenstern und Türen waren in Feierlaune. Gerade war Schüco der Deutsche Marketing-Preis verliehen worden. Für auszeichnungswürdig hielt die Jury vor allem den Claim "Grüne Technologie für den Blauen Planeten. Saubere Energie aus Solar und Fenstern", aber auch die vorbildliche Strategie des Unternehmens im Solarbereich. In der Laudatio hieß es, mit Dirk Hindrichs habe Schüco nicht nur einen Geschäftsführer und Gesellschafter, sondern einen Strategen, der durch die Marke denke und diese früher als andere mit dem Thema Energie aufgeladen habe.

Hochgelobte Solarsparte existiert nicht mehr

Anzeige

Exakt ein Jahr später ist bei Schüco niemandem mehr zum Feiern zumute. Seit Monaten wird der Konzern umgebaut, Hindrichs musste Schüco im Juni verlassen, die hochgelobte Solarsparte existiert nicht mehr. Die beiden Solarfabriken für Dünnschichtmodule in den neuen Ländern wurden geschlossen, auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Bielefeld ist dicht. Knapp 280 Mitarbeiter haben ihren Job verloren.

Traditionskonzern Solar ist für Bosch ein Fass ohne Boden

Mit der Solarsparte hat der Stuttgarter Traditionskonzern bereits mehr als eine Milliarde Euro verbrannt. Mit einem Ausstieg rechnet trotzdem niemand.

Firmenlogo von Bosch Quelle: dpa

Das Schüco-Desaster ist das Paradebeispiel für eine gescheiterte Expansion in das Geschäft mit regenerativen Energien: Wie Schüco tappen immer mehr Unternehmen in die grüne Falle. Gigantische Überkapazitäten – Solarmodule mit 50 Gigawatt Leistung werden weltweit produziert, der Absatz liegt bei gerade mal 25 Gigawatt – lassen Umsätze, Margen und Gewinne verdunsten wie Regenpfützen in der Sommersonne. Niemand ist davor gefeit, sogar die ganz Großen erwischt es.

Teures Abenteuer

Erst kürzlich gab der Münchner Technologieriese Siemens bekannt, dass die defizitäre Solarsparte verkauft werden soll. Die Erwartungen im Bereich Sonnenenergie hätten sich nicht erfüllt. Beim Schraubenkonzern Würth aus dem schwäbischen Künzelsau haben die Verantwortlichen den Stecker schon zum Jahresbeginn gezogen. Die 2006 gegründete Tochter Würth Solar mit einer Fabrik für die Produktion von Solarmodulen wurde im Januar 2012 an den Maschinenbauer Manz aus Reutlingen verkauft. Das Abenteuer hat Würth nach eigenen Angaben inklusive Forschung und Entwicklung 160 Millionen Euro gekostet.

Ähnlich kostspielig dürften die grünen Visionen bei Schüco gewesen sein. Der Umsatz der Solarsparte war schon 2011 um 19 Prozent auf knapp 850 Millionen Euro eingebrochen, im ersten Halbjahr 2012 mussten nochmals zweistellige Umsatzeinbußen verkraftet werden.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%