Erneuerbare Energien: Wer sich an Wind- und Solarkraft die Finger verbrannte

Erneuerbare Energien: Wer sich an Wind- und Solarkraft die Finger verbrannte

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"Schraubenkönig" Reinhold Würth kümmert sich in seinem Ruhestand um die Förderung erneuerbarer Energien

von Mario Brück und Günter Heismann

Schraubenkönig Reinhold Würth, BMW-Erbin Susanne Klatten, Schokoladenfabrikant Alfred Ritter - sie alle haben auf den Erfolg der neuen, grünen, Energiequellen gesetzt - und verloren.

Reinhold Würth - Mit Innovationen überfordert

Mit dem Abenteuer Solar hat der schwäbische Unternehmer 160 Millionen Euro verbrannt.

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„Schraubenkönig“ wird er genannt. Reinhold Würth hat im schwäbischen Künzelsau den weltweit führenden Großhändler für Befestigungs- und Montagetechnik aufgebaut. Im Ruhestand kümmert sich der 77-jährige Milliardär nicht nur um seine vielen Museen, sondern auch um die Förderung der erneuerbaren Energien. Dazu gründete er das Tochterunternehmen Würth Solar. Die eröffnete 2006 in Schwäbisch Hall eine Fabrik, in der weltweit zum ersten Mal in Großserie Solarmodule in CIS-Technik produziert werden sollten. Dabei bestehen die verbauten Solarzellen nicht, wie sonst üblich, aus dem damals knappen Silizium, sondern aus anderen Rohstoffen wie Kupfer, Indium und Selen.

Mit dieser Innovation war der branchenfremde Investor offenbar überfordert. Es fehlte an der Erfahrung mit den alternativen Materialien.

Anfang Januar 2012 verkaufte Würth die CIS-Fabrik an den Partner Manz aus Reutlingen, einen der weltweit bedeutendsten Hersteller von Maschinen für die Produktion von Solarzellen und -modulen. „Wir haben einen Schlussstrich gezogen“, sagt Würth-Chef Robert Friedmann. Das Abenteuer hat Würth nach eigenen Angaben inklusive der Forschung und Entwicklung 160 Millionen Euro gekostet. Statt auf die Produktion konzentriert sich Patriarch Reinhold Würth auf den Vertrieb. Davon versteht der Schraubenhändler etwas.

Klaus Grohe - Der Überzeugungstäter

Der Sanitärunternehmer lässt sich von Verlusten nicht abschrecken.

Welche Kraft die Sonne spendet, hat Klaus Grohe schon Mitte der Siebzigerjahre entdeckt. Gemeinsam mit anderen Studenten bastelte er einen Solarkollektor, den die jungen Tüftler in einem selbst gebauten Haus auf der spanischen Insel Formentera ausprobierten. „Wir waren erstaunt, dass wir damit Wasser zum Kochen bringen konnten“, sagt der 75-Jährige, der sich 2008 nach mehr als 30 Jahren aus der Leitung des Schwarzwälder Sanitärherstellers Hansgrohe zurückzog. Seitdem ist er Chef des Aufsichtsrats.

Anfang der Neunzigerjahre schraubte Grohe eine Solaranlage auf das Dach eines Werks in Offenburg, damals die größte ihrer Art in Europa. 1994 errichtete der Solar-architekt Hans Disch, ein Freund Grohes, am gleichen Ort den Hansgrohe-Solarturm.

Vom Unternehmertum kann er nicht lassen. Grohe hält inzwischen gut zehn Prozent an der Freiburger Solar-Fabrik. Die Breisgauer bauen und vertreiben Module. 2011 setzten sie 177 Millionen Euro um.

Die Hoffnung, die gefallenen Kurse würden sich erholen, hat sich bislang nicht erfüllt. „Es stimmt leider, dass der Aktienkurs nach meinem Einstieg weiter abgesackt ist. Daran gemessen entstünde ein Verlust von rund zwei Millionen Euro“, bilanziert Grohe.

Dennoch wolle er nicht verkaufen, denn das Unternehmen arbeite verlustfrei: „Ich bin ein Überzeugungstäter.“ Grohe möchte sich künftig intensiver darum kümmern, was mit seinem Geld geschieht: Auf der Hauptversammlung der Solar-Fabrik am 4. Juli ließ er sich in den Aufsichtsrat wählen.

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